„Wir können Gewohnheiten ausbremsen“

Die Schokolade am Nachmittag, das Glas Wein am Abend, die Stunden vor dem Fernseher: Vieles, was wir tun, geschieht automatisch und tut uns nicht gut. Wie können wir schädliche Routinen verändern? Mit Geduld, sagt der Kognitionspsychologe Lars Schwabe

„Wir können Gewohnheiten ausbremsen“

Die Schokolade am Nachmittag, das Glas Wein am Abend, die Stunden vor dem Fernseher: Vieles, was wir tun, geschieht automatisch und tut uns nicht gut. Wie können wir schädliche Routinen verändern? Mit Geduld, sagt der Kognitionspsychologe Lars Schwabe

Herr Schwabe, warum eigentlich haben wir Gewohnheiten?

Sie sollen das Leben erleichtern und ermöglichen, dass wir uns, ohne groß nachzudenken, auf unser Gefühl verlassen können. Uns ist meist gar nicht bewusst, wie viele Entscheidungen wir jeden Tag treffen! Auch wenn diese sich wie das Resultat eines sorgfältigen Abwägungsprozesses anfühlen, sind sie es häufig nicht. Stattdessen sind wir von Gewohnheiten getrieben, die sich einschleifen, weil sie sich als nützlich erwiesen haben, und dann automatisch ablaufen.

Es wäre ja auch mühsam, über jeden Handgriff nachzudenken!

Genau, Gewohnheiten sind kognitiv sinnvoll und ressourcensparend. Etwas in der Art zu tun, wie es schon einmal funktioniert hat, erleichtert den Alltag und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. So muss ich zum Beispiel beim Radeln nicht ständig überlegen: rechtes Bein, linkes Bein – das funktioniert von selbst, und ich kann mich deshalb auf andere Sachen konzentrieren, auf den Verkehr zum Beispiel.

Je häufiger die entsprechende Entscheidung wiederholt wird, desto stärker ist sie auch automatisiert: Wie wir die Nahrung zu uns nehmen, was wir allabendlich unseren Kindern erzählen, ob wir sparen oder Geld ausgeben oder wie wir unsere Arbeitsabläufe organisieren. Gewohnheiten haben eine...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2017: Gelassen bleiben
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