„Wer sich nicht fordert, altert schneller“

Die Vorstellung, dass Alter mit geistigem Abbau und körperlichem Verfall einhergeht, muss überwunden werden, fordert der Wissenschaftler Sven Voelpel. Und zwar von jedem Einzelnen selbst wie auch von Unternehmen

„Wer sich nicht fordert, altert schneller“

Die Vorstellung, dass Alter mit geistigem Abbau und körperlichem Verfall einhergeht, muss überwunden werden, fordert der Wissenschaftler Sven Voelpel. Und zwar von jedem Einzelnen selbst wie auch von Unternehmen

In Ihrem Bestseller Entscheide selbst, wie alt du bist, behaupten Sie zu wissen, „wovon es abhängt, ob wir verbittert und krank werden oder glücklich und fit bleiben“. Sie sind 43 Jahre jung und Professor für Betriebswirtschaft an der Jacobs University in Bremen. Was macht Sie zum Experten für glückliches Altern?

Neben Betriebswirtschaft habe ich Psychologie und Soziologie studiert. Meine Expertise beruht aber darauf, dass ich seit 2004 am Center on Lifelong Learning an der Jacobs University in Bremen lehre und forsche und schon als Jungspund mit führenden Alternsforschern zu tun hatte. So wurde aus meinem ursprünglichen Interesse für Wissensmanagement ein Interesse an Weisheitsforschung, ein Fachgebiet, in dem meine frühere Dekanin Ursula Staudinger führend war. Mein Job in ihrem interdisziplinären Team war, die Forschung in die Praxis, das heißt in Organisationen zu bringen. Das tue ich noch heute.

Sie haben zusammen mit großen Unternehmen das „WDN – WISE Demografie Netzwerk“ gegründet, um demografiebedingte Personalprobleme zu lösen. Außerdem beraten Sie Konzerne wie die Daimler AG, die Deutsche Bank, die Deutsche Bahn und andere. Was raten Sie Ihren Kunden?

Meine Kunden sind zugleich Forschungspartner. Wir forschen bei und mit ihnen und setzen Erkenntnisse um. Aber zu Ihrer Frage: Die Defizithypothese, also der Mythos, dass Alter mit geistigem Abbau und körperlichem Verfall einhergeht, muss überwunden werden. Es gibt da ein Verkehrsschild, auf...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2017: Gekonnt überzeugen
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