„Die Erinnerung an ein schönes Erlebnis bleibt“

Soll man sein Geld lieber in Dinge oder in Erlebnisse investieren? Für Thomas Gilovich ist die Antwort klar. Der Psychologe weiß, warum ein Theaterbesuch glücklicher macht als der Kauf eines Möbelstücks

„Die Erinnerung an ein schönes Erlebnis bleibt“

Soll man sein Geld lieber in Dinge oder in Erlebnisse investieren? Für Thomas Gilovich ist die Antwort klar. Der Psychologe weiß, warum ein Theaterbesuch glücklicher macht als der Kauf eines Möbelstücks

Herr Professor Gilovich, seit rund eineinhalb Jahrzehnten erforschen Sie, ob uns Erfahrungen glücklicher machen als materielle Güter. Was hat Sie veranlasst, sich mit dieser Frage zu befassen?

Ich bin selbst ein sehr erlebnisorientierter Mensch. Als Kind habe ich intensiv Sport getrieben; später bin ich viel im Yosemite-Nationalpark und in der Sierra Nevada gewandert. Das Thema steckte irgendwie in mir, glaube ich. Aber eigentlich begonnen hat die Forschung, als ich mich in einer Einführung zur Sozialpsychologie etwas zu weit aus dem Fenster lehnte.

Wie meinen Sie das?

In der Vorlesung sprach ich über Glück und die bemerkenswerte menschliche Fähigkeit, sich an neue Umstände anzupassen. Wenn einem etwas Schreckliches passiert, ist das eine großartige Ressource. Man mag zuerst glauben, man wird nie über etwas Schreckliches hinwegkommen, aber im Großen und Ganzen gewöhnen sich Menschen an Schicksalsschläge und führen ein sehr befriedigendes Leben. Bei positiven Dingen allerdings ist unsere Anpassungsfähigkeit ein Glücksfeind. Man denkt: Falls ich diese Beförderung bekomme, werde ich auf ewig glücklich sein. Aber wenn es tatsächlich eintritt, ist dies schnell vergessen, und man fängt wieder an, sich über Nichtigkeiten zu beklagen.

Und was hat das mit der Wahl zwischen materiellen Dingen und Erlebnissen zu tun?

In der Vorlesung erläuterte ich eine Überlegung des legendären Wissenschaftlers Robyn Dawes, der in seinem Buch House of Cards erklärt, wie man die Gewöhnung an etwas bekämpfen kann. Er macht dazu ein...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2017: Ich lass mir Zeit!
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