Aha! Wenn der Groschen fällt

Lange grübeln Sie über ein Problem oder eine Aufgabe nach – und plötzlich ist die Lösung da! Keine Ahnung, wie sie Ihnen ­zuflog. Doch sicher ist: Sie kam nicht aus dem Nichts

Aha! Wenn der Groschen fällt

Lange grübeln Sie über ein Problem oder eine Aufgabe nach – und plötzlich ist die Lösung da! Keine Ahnung, wie sie Ihnen ­zuflog. Doch sicher ist: Sie kam nicht aus dem Nichts

Heureka“ soll Archimedes gerufen haben, als ihm ausgerechnet in der Badewanne die rettende Idee kam. Endlich wusste er, wie er feststellen konnte, ob die Krone des Königs Hieron aus reinem Gold gefertigt war, ohne eben diese Krone zu zerstören. Gustav Mahler war beim Komponieren seiner 7. Sinfonie regelrecht blockiert, bis ihm beim Rudern auf dem Wörthersee eine Idee für den ersten Satz kam. Als sich der französische Gelehrte Henri Poincaré, um Abstand zu gewinnen, auf eine geologische Exkursion begab, konnte er ein mathematisches Problem, das ihm zu schaffen ­machte, schlagartig lösen. Art Fry wiederum fiel in der Kirche eine Verwendung für den ­schwachen Klebstoff ein, den ein Kollege vor Jahren entwickelt hatte: für Haftnotizzettel, die sich wieder entfernen ließen, ohne Buchseiten und Ähnliches zu schädigen.

Plötzliche Einsichten, sogenannte Aha-Effekte, können als Initialzündung für kleinere oder größere Fortschritte dienen oder sogar für weltbewegende Durchbrüche. Um sie zu erleben, braucht man jedoch kein Genie zu sein. Im Gegenteil: Jeder kennt solche Einfälle, die aus heiterem Himmel zu kommen scheinen, und die Freude oder sogar Euphorie, die man dabei empfindet. Wir haben einen Witz plötzlich verstanden, ein Rätsel oder ein Problem gelöst. Kein Wunder, dass es dafür eine Reihe plastischer Umschreibungen gibt: Geistesblitz, Erleuchtung, der Groschen ist gefallen, jemandem geht ein Licht auf. Comics verwenden als Symbol dafür gerne eine Glühbirne. Wissenschaftler sprechen meistens, prosaischer, von Einsicht.

Solche Erleuchtungen kommen jedoch keines-wegs aus dem Nichts, sondern nur, wenn man auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, wenn eine Beobachtung auf les esprits préparés, den vorbereiteten Geist trifft, wie bereits Louis Pasteur ­erkannte. Das bedeutet: Eine plötzliche Erkenntnis...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2016: Mut zur Unsicherheit
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