Mentales Kontrastieren: Der Weg zum Ziel

Mit negativen Gedanken ans Ziel: Gabriele Oettingen hat mit dem sogenannten WOOP-Ansatz einen Weg entwickelt, Träume auf kluge Weise zu verfolgen

Mentales Kontrastieren: Der Weg zum Ziel

Mit negativen Gedanken ans Ziel: Gabriele Oettingen hat mit dem sogenannten WOOP-Ansatz einen Weg entwickelt, Träume auf kluge Weise zu verfolgen

Frau Oettingen, wer in den vergangenen Jahren aufgepasst hat, weiß, dass man immer schön positiv in die Zukunft schauen sollte. Sie sind nicht einverstanden, warum?

Von vielen Seiten hört man, dass man negatives Denken nicht zulassen soll, und oft ist es ja auch sehr angenehm, von einer besseren Zukunft zu träumen. Aber positives Denken ist kein Allgemeinrezept für Glück und Erfolg. Unsere Befunde aus 20 Jahren Forschung zeigen, dass positive Zukunftsträume uns sogar im Weg stehen können, gerade dann, wenn wir uns einen Wunsch erfüllen wollen, der Anstrengung und komplexen Denkens bedarf. Um uns solche Wünsche zu erfüllen, ist es wichtig, unsere Zukunftsträume mit den Hindernissen der Realität anzureichern. Das nennen wir mentales Kontrastieren.

Wie funktioniert das?

Beim mentalen Kontrastieren steht am Beginn das Träumen von einer positiven Zukunft. Sie beginnen, einen Wunsch zu formulieren, der Ihnen sehr am Herzen liegt. Dann stellen Sie sich das Schönste vor, das Sie mit der Erfüllung des Wunsches verbinden. Es ist wichtig, das in Gedanken richtig zu durchleben: Wie schön wäre es, den Konflikt mit meinem Mitbewohner gelöst zu haben, die Präsentation nächste Woche richtig gut ausgearbeitet zu haben oder auch meinen Job zu wechseln? Das Erleben der Träume gibt die Richtung des Handelns vor. Aber danach sollten Sie sich fragen: Was hält mich eigentlich zurück? Was ist das Hindernis in mir, das der Erfüllung meines Wunsches im Weg steht? Ist es vielleicht meine Trägheit oder gar meine Angst vor Unruhe oder vor Neuem? Sobald Ihnen Ihr persönliches Hindernis klar ist, bekommen Sie die Energie, es zu bewältigen.

Sie haben einen kurzen Begriff für das mentale Kontrastieren gefunden: WOOP. Wofür stehen diese vier Buchstaben?

Als ich anfing, mentales Kontrastieren zu unterrichten, wurde mir klar, dass ich einen besseren Namen brauchte. WOOP fiel mir und meinen Kollegen mehr oder weniger zufällig ein. W...

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