Das Geld und ich

Geld hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen. Aber was wollen wir uns wirklich damit kaufen?

Illustration zeigt Frauenkopf und eine Hand, die einen Geldschein vor die Augen der Frau hält
Geld ist neutral wie eine leere Datei, in die wir unsere Wünsche hineinschreiben können. © Dorothea Pluta

Vor Jahren kam die Familie der aus Russland stammenden Schriftstellerin Alina Bronsky nach Deutschland – mit nichts. Ihre Eltern mussten bei null anfangen, berichtet Bronsky in einem Interview. Daraus hat die Autorin eine Schlussfolgerung gezogen: „Menschen brauchen Ruhe und Geld“, meint sie. Was von beiden ist ihr wichtiger? „Ganz ohne Geld ist es schwierig, ruhig zu bleiben. Wer keine Ressourcen hat, wird eher unruhig.“ In ihrer Familie, erzählt Bronsky, spiele Geld stets eine Rolle, wenn auch unterschwellig: Geld sei „auf eine Art präsent“, ohne dass es direkt angesprochen werde: „Wir vergleichen nicht unsere Kontostände, aber wenn man über Erlebnisse oder Entscheidungen spricht, wird das Thema Geld indirekt tangiert.“

Dass Geld in Bronskys Familie ist allen Gesprächen mitschwingt, könnte an der Mangelerfahrung liegen. Aber Silvia Breier, ehemalige Investmentbankerin und Coach, sagt: „Ob wir viel oder wenig davon haben, wir werden alle unbewusst vom Geld beherrscht. Unser ganzes Leben ist davon beeinflusst, was wir über Geld denken und welche Gefühle wir damit verbinden.“ Was Breier damit meint, arbeitet sie in ihrem Buch Geld Macht Gefühle heraus. Wie sieht unser persönliches Verhältnis zu Geld genau aus, und wie hat es sich entwickelt?

Was wir vom Leben wollen

Der Frankfurter Psychologe Rolf Haubl arbeitet in einem Beitrag in dem Buch Die phantastische Macht des Geldes folgende These aus: In der Art und Weise, wie Menschen mit Geld umgehen, kommt unsere individuelle „Persönlichkeit mit allen unbewältigten...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2018: Kann ich mich ändern?
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