Stille

Wir fühlen uns vom ständigen Lärm genervt und sehnen uns nach Stille. Aber was ist Stille überhaupt? Und wie können wir zu ihr finden?

Wir suchen nach Stille und meiden sie doch – aus Angst vor uns selbst? © Stephan Schmitz

Stille

Über den Dächern die Flugzeuge, auf der Straße­ Motorenlärm, im Großraumbüro Telefongeklingel: Wir fühlen uns vom ständigen Lärm genervt und sehnen uns nach Stille. Aber was ist ­Stille überhaupt? Und wie können wir zu ihr finden?

Eine Bruchlandung mit dem Kleinflugzeug, ein waghalsiger Klippensprung in Mexiko, eine Segeltour um die halbe Welt und die Begegnung mit einem Yogi in Indien: Mit ihren 74 Jahren kann die Unternehmerin Marina Bahrendamm* auf eine Menge beeindruckender Erlebnisse zurückblicken. Das Faszinierendste jedoch bestand für die Münchnerin in einem „stundenlangen Nichts“. Sie war bei einer Wanderung in den Alpen viel zu früh an der Almhütte ihrer Freunde angekommen und wusste, dass sie ein paar Stunden allein auf einer Anhöhe unter dem Gipfel würde warten müssen.

„Weit und breit war kein Mensch zu sehen, ich hörte in der Höhe nur selten einen Vogel, es wehte kaum Wind. Ich war völlig mit mir und meinen Gedanken allein“, erinnert sie sich. „Zuerst war das verstörend, die Ruhe draußen passte so gar nicht zu dem Wirbelsturm, der in mir zu toben begann. Aber nach ein paar Stunden spürte ich, wie sich das alles setzte wie Sand, der in einem Gefäß nach unten sinkt. Ich war plötzlich Teil der Umgebung, der Wiesen, der Berge. Ich fühlte einen Frieden, wie ich ihn noch nie erlebt hatte.“

Die stillsten Stunden als größte Ereignisse

Eine Frau, deren Leben voller Ausnahmeerfahrungen war, erklärt ausgerechnet eine Zeit, in der nichts passierte, zu einem der Höhepunkte. Und befindet sich damit in bester Gesellschaft: „Die größten Ereignisse – das sind nicht unsere...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2019: Stille
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