Am eigenen Rat wachsen

Wer anderen einen Tipp gibt, profitiert selbst davon. Forscher haben an Schülern untersucht, woran das liegen könnte.

Wer anderen einen Rat gibt, kann selbst daran wachsen. Das legt eine Untersuchung aus den USA mit rund 2000 Schülern von Highschools nahe. Die Schüler aus sieben staatlichen Oberschulen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Alle füllten zunächst Fragebögen über sich aus und sollten mitteilen, in welchem Fach sie sich im kommenden Vierteljahr verbessern wollten. Für die eine Hälfte endete hier die Befragung, die anderen Probanden mussten jedoch noch eine kleine Aufgabe erledigen: Sie wurden gebeten, jüngeren Schülern einen Rat zu geben, wie diese besser lernen könnten. Im Schnitt dauerte die Zusatzbefragung acht Minuten.

Zeit, die sich nach einem Vierteljahr auszahlte. Denn Schüler, die anderen Lerntipps gegeben hatten, erreichten sowohl in dem gewünschten Fach als auch in Mathematik nach drei Monaten bessere Schulnoten – egal ob Junge oder Mädchen, welcher Herkunft oder Altersstufe und unabhängig davon, wie gut jemand vorher in den Fächern gewesen war.

„Wer Rat gibt, glaubt auch eher daran, was er empfiehlt“, erklären die Forscher. Zudem könne die Rolle als Mentor das Selbstbewusstsein stärken – und damit auch die Schulleistungen. Es braucht also nicht unbedingt immer Nachhilfe oder Extrataschengeld für ein besseres Zeugnis.

Lauren Eskreis-Winkler u.a.: A large-scale field experiment shows giving advice improves academic outcomes for the advisor. PNAS, 2019. DOI: 10.1073/pnas.1908779116

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2019: Mut zur Angst
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