Ein Aquarium im Wohnzimmer

Das klingt nach wohltuender Ruhe. Aber darin liegt nicht das Potenzial der heimischen Wasserwelten. Welche Geheimnisse legen sie offen?

In einem Fernseher ist ein Aquarium eingebaut, in dem Fische und Wasserpflanzen zu sehen sind
Im Gegensatz zu einem Hamsterkäfig ist das Aquarium ein beinahe ausschließlich visuelles Erlebnis. © Andreas Schlegel/Getty Images

Aquarien haben ein kontemplatives und meditatives Image. Verführerisch im Halbdunkel des Wohnzimmers glimmende Glasbehälter, in denen sich Was- serpflanzen sachte in der Strömung wiegen und Fische stoisch ihre Bahnen ziehen, dazu das beruhigende Brummen der Filteranlage – wer würde nicht gerne eine solche Oase der Ruhe in seinem Zuhause haben? Auch die psychologische Forschung hat den Zusammenhang zwischen Aquarien und Stressreduktion entdeckt. So kamen die Autoren einer 2016 im Journal Environment and Behavior publizierten Studie zu dem Ergebnis, dass ein Besuch im National Marine Aquarium im englischen Plymouth helfen könne, „psychophysiologischen Stress“ zu reduzieren.

Die Forschung zu immersiven Erlebnissen in einem öffentlichen Großaquarium könne auch künftige Forschung zum Einfluss kleinerer Aquarien – etwa in Büros – auf unser well-being inspirieren. Dazu heißt es optimistisch: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Person nicht lange vor einem Ausstellungsobjekt verbringen muss (nur fünf Minuten), um signifikanten Nutzen daraus zu ziehen.“ Wenig überraschend wurde die Doktorarbeit, im Rahmen derer die Studie entstanden war, von der Stiftung National Aquarium Limited des National Marine Aquarium finanziert.

Ich habe einen Schwarm auf dem Gewissen

Allein, die Realität entspricht nicht diesem Bild des Aquariums. Eher verhält es sich so, dass die Aquaris­tik vom verlässlichen Umschlagen des modernen Ruhe- und Entspannungsbedürfnisses in Stress zeugt. Was zur meditativen Versenkung...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2020: ​Toxische Beziehung
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