Wir möchten, dass es gut ausgeht

Was Laien unter Hoffnung verstehen, ermittelten Psychologen in fünf Studien. Es geht um ein Gefühl, eine Erwartung und einen großen Wunsch

Die Illustration zeigt einen Mann auf der Leiter, der hoffnungsvoll in eine schwarze Wolken steigt
Manchmal suchen wir in den Wolken nach einem Zeichen der Hoffnung. © Joni Majer

Jemand ermutigt uns kurz vor einem kniffligen Gespräch: „Es wird gutgehen.“ Hoffentlich wird es das, denken wir. In der Coronapandemie hoffen viele, dass uns bald ein Impfstoff zur Verfügung steht. Auch im ganz normalen Alltag haben wir eine Menge Hoffnungen: dass wir im Urlaub eine erholsame Zeit haben werden, unser Lieblingsrestaurant heute Abend geöffnet hat oder ein berufliches Projekt erfolgreich sein wird.

Was mit Hoffnung gemeint ist, das verstehen wir ganz intuitiv. Und wie wichtig es ist, Hoffnung zu haben, zeigen psychologische Studien schon lange. Der Begriff ist auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen zentral, etwa in der Philosophie. Um Hoffnung geht es ebenso in vielen Religionen, meist verbunden mit dem Wunsch, Leid zu überwinden oder in der Zukunft nicht mehr leiden zu müssen. Versucht man aber, auf den Punkt zu bringen, was Hoffnung genau ist, wird es komplizierter – Hoffnung ist nicht dasselbe wie Optimismus und auch nicht nur eine Erwartung. Was sagt die Psychologie dazu?

Sehnsucht nach etwas Gutem

In den 1980er Jahren stellte der Psychologe Charles Richard Snyder seine Hoffnungstheorie vor. Er versuchte, die individuell unterschiedlichen Ausprägungen der Hoffnung bei Menschen mit einer eigens entwickelten hope scale zu erfassen. Hoffnungsvolle Menschen sind laut dieser Theorie entschlossener, sich auf ein Ziel zuzubewegen, und haben die Erwartung, dass sich Wege finden lassen, ein Ziel zu erreichen. Snyder sieht Hoffnung eher als ein kognitives Phänomen an – für ihn hat es etwas mit Motivation, Entscheidung und Zielerreichung zu tun. Andere Psychologen sehen in der Hoffnung ein Gefühl, das mit einer Erwartung einhergeht, wie die Zukunft aussehen könnte, also eine „Erwartungsemotion“.

An einer einheitlich verwendbaren Definition mangele es jedoch in der Psychologie, schreiben Psychologen von den Universitäten Amsterdam und Tilburg in einem wissenschaftlichen Fachartikel. Sie haben jetzt in fünf Studien mit verschiedenen Stichproben aus den USA und den Niederlanden eine...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2020: So gelingt Entspannung
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