Der Honig des Lebens

Erstaunlich viele Menschen entdecken ihre Leidenschaft fürs Imkern, stellen sich Bienenkästen in den Garten. Ein Hobby? Es geht um mehr.

Die Illustration zeigt eine Biene, die mit einem Honiglöffel Honig in den Mund eines Menschen träufelt
Die Biene lässt uns die Welt wahrnehmen – mit allen Sinnen. © Matthias Schütte

Corona hat alle Lebensbereiche betroffen. Wirklich alle? Manche wurden davon überhaupt nicht berührt. Imkerinnen und Imker beispielsweise konnten sich wie gewohnt ihren Völkern widmen, denen die Coronakrise völlig egal war. Womöglich werden nun noch mehr Menschen ihre Liebe zu Bienen entdecken. Parallel zum neu erwachten Interesse für Gärten und Wälder trug diese Liebe bisher schon zum digitalen Detox bei, zu einer Entgiftung, die dabei hilft, sich nicht restlos in virtuellen Welten zu verlieren. Und ebenso wie der digitale Zeitvertreib in den eigenen vier Wänden hält auch die analoge Art der Freizeitgestaltung in der freien Natur jedem Lockdown stand, jedenfalls solange man seine Wohnung verlassen darf.

War die Beziehung zu Bienen lange von Ignoranz und Gleichgültigkeit geprägt, mit Einsprengseln von Ärger, falls man von ihnen (meist aber von Wespen) gestochen wurde, avancieren Bienen seit einigen Jahren bei manchen Menschen geradezu zum Lebensinhalt. Fast lässt sich sagen, die Biene ist der neue Eisbär, das neue Maskottchen der Bewegung für mehr Naturschutz. Mit dem Vorteil, dass sie nicht nur im Zoo erlebbar ist.

Ihr natürliches Habitat ist überall, wo Blüten sind, auch in der Stadt. Ja, da gerade auf den Grünflächen der Städte meist Artenvielfalt statt Monokultur herrscht, finden sich hier sogar bessere Lebensbedingungen als auf dem Land. „Insekten geht es in Berlin viel besser als in Brandenburg“, stellte der Direktor des Berliner Naturkundemuseums, Johannes Vogel, 2019 fest. „Botanisch gesehen ist die Hauptstadt sogar der artenreichste Ort in ganz Deutschland.“ Gut für die Bienen, die in Parks, Schrebergärten, Hinterhöfen und auf blühenden Dächern und Balkonen beste pestizidfreie, abwechslungsreiche Nahrung finden.

Zwischen Selbst und Welt

Lärm und Stress der Städte sind ihnen völlig egal, sie machen ihren Job, sammeln Nektar und Pollen und folgen ihrem genetischen Programm, das sie sich nicht ausgesucht haben. Auch Menschen kommen nicht umhin, den Genen zu entsprechen, mit denen die Evolution…

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