Zwischen Wildwuchs und Waxing

Nichts an unserem Körper löst dermaßen gegensätzliche Gefühle aus wie Haare: Sie können uns anziehen oder ekeln. Was macht Haare so widersprüchlich? ​

Die Illustration zeigt Personen mit verschiedenen Frisuren
Ob lang oder kurz: Haare verraten etwas über eine Person und senden Signale. © Dorothea Huber

Wasser braust aus dem Duschkopf, die Hände massieren Shampoo ins Kopfhaar. Schaum tropft auf Schultern und Rücken. Während eine Hand noch in den Haaren wühlt, angelt die andere schon nach dem Rasierer auf dem Wannenrand. Geschmeidig gleitet die Klinge über die Haut, die Fingerkuppen fühlen nach, ob schon alle Stoppeln beseitigt sind. Wasser aus, abtrocknen, kämmen und föhnen. Die heiße Luft pustet ein paar Haare ins Waschbecken.

Jeden Morgen werden Millionen Badezimmer auf der Welt zu Orten zwischen Wohl und Wehe – zwischen den Kopfhaaren, die wir hegen und pflegen, Körperhaaren, die wir nicht ertragen, und den feucht-fädrigen Knäueln im Abfluss oder Waschbecken, die nur noch eines sind: Müll.

32,45 Euro pro Kopf, insgesamt gigantische 2723 Millionen Euro Umsatz prognostiziert das Umfrageportal Statista im Segment Haarpflege für Deutschland in diesem Jahr. In einer Umfrage unter 1020 Frauen gaben 41% der Befragten an, bis zu 50 Euro pro Friseurbesuch auszugeben, 26% bis zu 100 Euro. Diese Erhebung, ebenfalls bei Statista zu finden, erfolgte 2017. Frauen, die sich Achseln, Beine und den Intimbereich waxen lassen, oder Männer, die frei von Arm-, Bein-, Brust- und Bauchhaaren sein möchten, geben pro Entfernung nicht selten 70 bis 100 Euro aus.

Unterschiedliche Wahrnehmung von Haaren

Ausschlaggebend für das Schicksal des Haares ist die Stelle, an der es wächst. Es gibt die „richtigen“, also erwünschten Stellen, an die Haare notfalls sogar transplantiert werden, und die „falschen“, an denen schon der kleinste Stoppel nervt.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2021: Erfüllter leben
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