Emotionale Intelligenz: Einfühlung als Waffe

Menschen mit „emotionaler Intelligenz“ sind bei Personalchefs gefragt, da sie als kooperative Teamspieler gelten. Doch das muss nicht so sein: Einfühlungsvermögen lässt sich auch gegen andere verwenden

Emotionale Intelligenz: Einfühlung als Waffe

Menschen mit „emotionaler Intelligenz“ sind bei Personalchefs gefragt, da sie als kooperative Teamspieler gelten. Doch das muss nicht so sein: Einfühlungsvermögen lässt sich auch gegen andere verwenden

Nein, Daniel Goleman ist nicht der „Erfinder“ der emotionalen Intelligenz. Das waren die Forscher Peter Salovey und John Mayer (siehe Beitrag auf Seite 75). Aber Goleman ist ihr bekanntester Propagandist. Als er 1995 sein Buch EQ – Emotionale Intelligenz herausbrachte, hatte er die Hoffnung, dass sich das Konzept herumsprechen würde. Wenn er eines Tages zufällig eine Unterhaltung zwischen zwei Menschen mitanhören würde, in der der Begriff emotionale Intelligenz fiele, und beide wüssten, was damit gemeint ist, dann könne er sein Unterfangen als Erfolg bezeichnen, so erinnert er sich in seinem Blog.

Und so kam es auch: Golemans Buch wurde ein weltweiter Bestseller, und mehr als die besagten zwei Personen wissen heute mit dem Konzept etwas anzufangen. Es gilt als studiengestützte Binsenweisheit, dass ein hoher EQ gesünder, erfolgreicher, beziehungsfähiger und zufriedener macht. Manager und Mitarbeiter werden in Kursen und Schulungen in emotionaler Intelligenz trainiert. Die UNESCO empfiehlt, sie im Schulunterricht zu fördern. Und auch Personalabteilungen meinen inzwischen, den EQ von Bewerbern testen zu müssen.

Doch von Anfang an gab es auch fachliche Kritik an dem Konzept, und Ende vergangenen Jahres blies der Organisationspsychologe Adam Grant, Professor an der renommierten Wharton School of Business in Philadelphia, zum Generalangriff. Es sei ein Fehler, Neueinstellungen und Beförderungen vom EQ...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2015: Den Alltag managen
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