Grund der Krankschreibung? Depression

Knapp 17 Prozent aller Fehltage entfielen im Jahr 2013 auf psychische Erkrankungen. Was sagen die Betroffenen ihrem Chef und ihren Kollegen? Der Psychotherapeut Hans-Peter Unger plädiert für Offenheit

Grund der Krankschreibung? Depression

Knapp 17 Prozent aller Fehltage entfielen im Jahr 2013 auf psychische Erkrankungen. Was sagen die Betroffenen ihrem Chef und ihren Kollegen? Der Psychotherapeut Hans-Peter Unger plädiert für Offenheit

Laut einer Umfrage der DAK befürchtet jeder Dritte in Deutschland, bei Vorgesetzten und Kollegen auf Unverständnis und Vorurteile zu stoßen, wenn er wegen einer psychischen Erkrankung im Job zeitweise ausfällt. Ist diese Angst berechtigt?

In Deutschland gibt es immer noch viele Vorurteile sowohl in den Köpfen der Betroffenen als auch bei Personalentwicklern und Führungskräften. Wer an einer Depression oder Angststörung erkrankt, fürchtet sich davor, stigmatisiert zu werden. Tatsächlich wird eine psychische Erkrankung in einigen Unternehmen und Institutionen aus Unwissenheit als Makel bewertet. Dennoch bin ich optimistisch. Ich sehe deutliche Anzeichen, dass sich etwas bewegt. Die Bundesregierung hat das Thema psychische Gefährdung im Arbeitsschutzgesetz verankert. Das ist ein wichtiges Signal. Auch die Krankenkassen haben mit ihren Reports wesentlich zur Aufklärung beigetragen. Danach hat sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Leiden in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Vierzig Prozent der Frühberenteten mussten ihre Arbeit wegen einer seelischen Erkrankung aufgeben. Das Problem ist so offensichtlich, dass es sich nicht mehr bagatellisieren lässt.

Jeder Fünfte in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens irgendwann psychisch. Trotz aller Aufklärung wird Betroffenen immer wieder unterstellt, sie hätten ihr Leben nicht im Griff und persönlich versagt. Wie passt das zusammen?

Wir sind daran gewöhnt, in Kategorien von Ursache und...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2015: Nichtstun
Psychologie Heute Compact 63: Loslassen
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