Querulanten auf dem Vormarsch

Querulanten beschäftigen Ämter und Unternehmen lange und ausdauernd. Wie man mit ihnen am besten umgeht, weiß Psychologin Katrin Streich.

Illustration zeigt zwei Menschen in zwei Häusern, die miteinander telefonieren.
Querulanten: Sie rauben ihren Kommunikationspartnern den letzten Nerv. © Dorothea Huber

Frau Streich, erklären Sie mir doch noch mal: Was genau ist ein Querulant?

Das ist jemand, der über einen langen Zeitraum versucht, eine wahrgenommene subjektive Ungerechtigkeit wieder zu beheben. Mit der Zeit entwickelt das Streben der Querulanten nach Ausgleich eine negative Eigendynamik und kann von den Betroffenen nicht mehr einfach aufgegeben werden. Dabei kommen bestimmte Persönlichkeitsstrukturen, eine rigide Wahrnehmung und eine besondere Lebenssituation zusammen (siehe Kasten auf Seite 30).

Querulanten wenden sich oft an Verwaltungen und die Justiz, wo sie mit allen Mitteln – häufig schriftlich und mit juristischen Schritten – versuchen, ihr Ziel durchzusetzen. Am Ende ist es allerdings immer so, dass es für sie keine Lösung geben kann.

Warum?

Weil die Querulanz an sich ein lebensbestimmendes Element einer solchen Person wird. Wenn ein Querulant in eine Lösung einwilligen würde, würde er sich die Lebensgrundlage nehmen. Denn es ist ja dieses Anliegen, mit dem er sich den ganzen Tag über einen langen Zeitraum beschäftigt. Überspitzt gesagt macht ein Querulant nicht viel mehr, als sich seiner Querulanz zu widmen.

Handelt es sich also vor allem um Personen, die nicht arbeiten und keine Familie haben?

Querulanten verlieren im Laufe ihrer querulatorischen Entwicklung häufig sehr viel. Anfangs haben viele noch eine Familie und Freunde, mit der Zeit allerdings wenden sich immer mehr Menschen ab, da sie es nicht ertragen können, ständig nur um ein Thema zu kreisen. Querulanten stecken auch...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2019: Zwischen Liebe und Pflichtgefühl
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