Der menschliche Faktor

Viele Unternehmen kümmern sich zu wenig um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Ein Gespräch mit dem Psychiater Werner Kissling.

Eine Firma beim Therapeuten: Auch Unternehmen können mehr oder weniger "psychisch gesund" sein. © Eva Revolver / Sepia

„Der menschliche Faktor wird häufig unterschätzt“

Viele Unternehmen kümmern sich zu wenig um die psychische Gesundheit ihrer Mitar­beiter. Nach der Erfahrung des Psychiaters Werner Kissling sorgt oft erst der Hinweis auf finanzielle Einbußen dafür, dass Entscheider das Thema ernst nehmen

Herr Dr. Kissling, Sie leiten das Centrum für Disease Management an der TU München. Dort versorgen Sie nicht nur Patienten, sondern beraten auch Unternehmen.

Genau. Wir sind bundesweit und zum Teil auch in Österreich und der Schweiz tätig, je etwa zur Hälfte in Unternehmen aller Größen und Branchen und zur anderen Hälfte in Behörden, Ministerien et cetera. Der Erstkontakt erfolgt meist über unsere Beratungshotline, wo Gesundheitsmanager, jemand vom Betriebsrat oder Personaler uns fragen, was sie zum Erhalt oder zur Verbesserung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun können.

Was sind typische Anlässe?

Manchmal rufen die Firmen von sich aus an, weil sie die Relevanz des Themas erkannt haben. Meistens sind der Anlass aber die zunehmenden Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, die der Geschäftsführung Sorgen bereiten.

Welche psychischen Erkrankungen und Belastungen sind am Arbeitsplatz besonders relevant?

Depressionen und „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ sind laut dem Fehlzeiten-Report 2017 die dritt- und vierthäufigste Ursache aller Fehltage, nach Rückenschmerzen und Atemwegsinfekten. Aber auch bei der häufigsten Ursache, den Rückenschmerzen, sind psychische…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2018: Alles zu meiner Zeit
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