Männer und ihre Mütter

Die Beziehung zur Mutter prägt den Sohn ein Leben lang, ob er will oder nicht.

Die Illustration zeigt einen Mann mit Bart und seine Mutter, die sich gegenüber stehen und in die Augen schauen, verbunden mit einem gemeinsamen Weg
Die Beziehung zwischen Sohn und Mutter prägt den ganzen Lebensweg. © Orlando Hoetzel

Der französische Schriftsteller Marcel Proust hatte eine überaus enge Beziehung zu seiner Mutter. Seine exquisite petite maman war Zeit ihres Lebens über alle physischen und psychischen Zustände genauestens im Bilde. Als Proust 16 Jahre alt wurde, schickte sie ihn ins Bordell, um sich von der „schlechten Gewohnheit des Masturbie­rens“ befreien zu können. Später korrespondierte er fast täglich mit seiner Mutter, etwa über seine Unterwäsche:

„So habe ich gestern und heute Abend beim Ankleiden die zweite Unterhose weggelassen und heute Nacht habe ich, was mir noch schwerer fiel, im Bett die zweite Strickjacke aus Pyrenäenwolle nicht angezogen“, schrieb der Sohn im Urlaub an die Mutter. „Da ich am Vormittag fror, weiß ich nicht, ob ich das heute wieder wagen kann.“ Proust war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Muttersöhnchen“, bis zum Tod der Mutter führte er eine symbiotische, fast leidenschaftliche Beziehung mit seiner „Maman“.

Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn, sie ist schon in vielen Liedern und Geschichten besungen und beschrieben worden. Maria und Jesus, Gaia und Kronos, Iokaste und Ödipus: In den großen Erzählungen und Mythen ist die Mutter des Sohnes meist Heilige oder Hexe, liebevoll und aufopfernd oder begehrend und zerstörerisch. Und auch der Sohn ist oft emotional mit seiner Mutter verstrickt. Ein Beispiel aus dem 21. Jahrhundert liefert uns der Rapper Eminem.

Mutterliebe ist kein Instinkt

In seinem legendären Song Cleanin’ Out My Closet, was so viel bedeutet wie „Ich mache reinen Tisch“, singt er über die Jugendjahre bei seiner drogenabhängigen Mutter und zeigt sich dabei höchst ambivalent: „You selfish bitch, I hope you fucking burn in...

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