Generation Smartphone

US-Forscherin Jean Twenge über eine verunsicherte Generation von Jugendlichen, die ständig online sind.

Verlassen im Netz: Jean Twenge beobachtet eine verunsicherte Generation. © Plainpicture

„iGen“ – Generation Smartphone

Laut Studien nehmen Depressionen unter amerikanischen ­Jugendlichen zu, viele fühlen sich nutzlos und ­verunsichert. Der Grund: zu viel Zeit mit dem Smartphone – sagt die ­amerikanische Psychologin Jean Twenge

Frau Professor Twenge, in Ihrem aktuellen Buch porträtieren Sie eine neue Generation von Kindern und Jugendlichen, die Sie „iGen“ nennen. Sie beschreiben deren Leben als völlig beherrscht von Smartphones, Tablets und sozialen Medien. Was genau meinen Sie damit?

In mehreren großen, repräsentativen US-amerikanischen Befragungen von Teenagern und Erwachsenen wird seit Jahren ermittelt, was junge Leute über den Tag hinweg machen. An diesem Punkt habe ich angesetzt. Und eines der ersten Anzeichen für die Existenz einer neuen Generation waren große Verschiebungen in der Zeitnutzung. Demnach summierte sich die Zeit, die 17-Jährige in ihrer Freizeit im Internet, in sozialen Medien und Kurznachrichten schreibend verbringen, auf sechs Stunden pro Tag – wohlgemerkt ohne Onlinezeit für Hausaufgaben oder Jobs. In anderen Befragungen, die sich auf ein breiteres Spektrum digitaler Aktivitäten beziehen, sind es sogar acht oder neun Stunden pro Tag. Das ist eine enorme Menge an Bildschirmzeit. Noch vor 18 Jahren, im Jahr 2000 kamen diese Aktivitäten im Leben der meisten Teenager praktisch nicht vor.

Die Jugendlichen dieser Generation befinden sich, so schreiben Sie, in beunruhigend schlechter psychischer Verfassung. Woran erkennen Sie dies?

In vielen verschiedenen Umfragen und Statistiken zeigt sich eine sehr konsistente und bedenkliche Zunahme von Befindlichkeitsstörungen bei...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2018: Diese Wohnung tut mir gut!
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