Googelst du schon oder denkst du noch?

Smartphone und soziale Medien verändern unser Denken und Verhalten grundlegend. Sind wir von „digitaler Demenz“ bedroht?

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Smartphone und soziale Medien verändern unser Denken und Verhalten grundlegend. Sind wir von „digitaler Demenz“ bedroht?

Gretchen hat ein Problem. Weil die Collegestudentin mit dem Exfreund ihrer Mitbewohnerin flirtet, ist diese sauer. Gretchen belastet das. Sie kann sich nicht mehr konzentrieren, ihre Studienleistungen sinken. Sie weiß, dass sie sich bei ihrer Mitbewohnerin entschuldigen sollte und will das auch tun, aber nur per Chat. Ein persönliches Gespräch kommt für sie nicht infrage. Das ist viel zu emotional. Der Fall, den die amerikanische Soziologieprofessorin Sherry Turkle in ihrem Buch Reclaiming Conversation beschreibt, ist symptomatisch. Immer mehr Menschen meiden das persönliche Gespräch und erklären sich schriftlich – per WhatsApp, Facebook-Chat, SMS oder E-Mail. „Die Kommunikationswissenschaft ist gerade erst dabei, die neue Welt zu analysieren“, erklärt Peter Vorderer, Professor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Mannheim. Dank Internet könne man nicht nur ­vieles mobil erledigen, es fänden auch in nahezu ­allen Situationen – ob in der Familie, in der Ausbildung, im Beruf oder in privaten Beziehungen – fundamentale Umbrüche statt.

Vor allem ungeteilte Aufmerksamkeit ist zum raren Gut geworden. Wenn heute fünf Menschen gemeinsam ein Restaurant besuchen, liegen meist auch mindestens fünf Smartphones auf dem Tisch. Wir sind immer und überall mit der Welt verbunden und informiert. Wir lagern unseren Orientierungssinn ans...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2016: Eigensinn
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