Computer, klüger als der Mensch?

Computerprogramme steuern Autos, komponieren Musikstücke, sprechen mit uns und sagen unser Verhalten vorher. Werden künstliche Intelligenzen uns eines Tages überlegen sein? Werden sie sich vom Menschen emanzipieren und sich in eigener Regie weiterentwickeln?

Computer, klüger als der Mensch?

Computerprogramme steuern Autos, komponieren Musikstücke, sprechen mit uns und sagen unser Verhalten vorher. Werden künstliche Intelligenzen uns eines Tages überlegen sein? Werden sie sich vom Menschen emanzipieren und sich in eigener Regie weiterentwickeln?

Sind wieder einmal nur Reste im Kühlschrank, die sich so gar nicht zu einer Mahlzeit fügen wollen? Aioli, Aprikosen, Tintenfisch und Senf? Fragen Sie Watson. Watson ist ein Programm der Firma IBM. 2011 machte es von sich reden, als es die menschlichen Champions in der amerikanischen Quizshow Jeopardy! besiegte. Neuerdings kreiert es Rezepte. Auf der Website www.ibmchefwatson.com kann man (nach Anmeldung) eingeben, welche Zutaten zur Hand sind, und innerhalb von Millisekunden liefert Watson Ideen dazu. Aioli-Tacos zum Beispiel. Diese Kreationen sucht Watson nicht einfach aus einer Datenbank heraus. Vielmehr haben seine Algorithmen Tausende von Rezepten darauf hin untersucht, was Menschen so mögen, und auf dieser Basis entwirft Watson neue. Wie das Selleriesandwich und die Schokoladenburritos. Watson ist ein Publikumsmagnet.

Kognitives Kochen nennt IBM diese kulinarischen Experimente. Kognitiv soll heißen: Die Maschine denkt. Das kognitive Kochen ist, wie der Auftritt bei Jeopardy!, ein verspielter Teil der kognitiven Informatik, jener Disziplin, die Computer, Roboter und andere Maschinen richtig klug machen will. So klug, dass wir uns in natürlicher Sprache mit ihnen unterhalten können, so klug, dass sie uns angenehme und ungefährliche Helfer und Gefährten sein können. Watsons Spezialität ist die Analyse von Texten und Datenbanken. Das Programm soll aus den Datenmassen, die uns umgeben, die Antworten herausfiltern, die wir haben möchten, auf den Finanzmärkten ebenso wie im Gesundheitswesen. Watson wird die Industrie revolutionieren wie kaum etwas zuvor, versprechen seine Entwickler.

Durch zunehmend leistungsfähigere Prozessoren und Batterien, neue flexible Materialien und den Zugriff auf gigantische Datenmengen gelingt künstlichen Systemen immer häufiger, was der Mensch bislang als seine ureigene Domäne angesehen hat. Programme komponieren Musik, die auch Fachleute…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2016: Ausgebrannt
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