Lebenskunst – Was wir von den alten Philosophen für unseren Alltag lernen können

Wie führe ich ein gutes Leben? Antworten auf diese Frage findet der Philosoph Albert Kitzler bei seinen antiken Kollegen. Ihre Lehren bezeichnet er im folgenden Interview als Leuchttürme, die uns durch unseren Alltag navigieren können

Lebenskunst – Was wir von den alten Philosophen für unseren Alltag lernen können

Wie führe ich ein gutes Leben? Antworten auf diese Frage findet der Philosoph Albert Kitzler bei seinen antiken Kollegen. Ihre Lehren bezeichnet er im folgenden Interview als Leuchttürme, die uns durch unseren Alltag navigieren können

Herr Kitzler, was unterscheidet einen intelligenten von einem weisen Menschen?

Wenn man unter Intelligenz ein hohes Maß bestimmter geistiger Fähigkeiten versteht, so sagt dies nichts darüber aus, ob man damit auch ein gutes Leben führt. Das aber zeichnet einen weisen Menschen aus. Weisheit ist Lebensweisheit. Diese setzt nicht notwendig Scharfsinn oder Bildung voraus. So zählte Platon einen einfachen Landwirt namens Myson zu den „Sieben Weisen“, und ich denke, er tat dies, um genau darauf aufmerksam zu machen. Wir können auch durch Lebenserfahrung, durch Wachheit für uns selbst, für die anderen, für die Welt und die Natur viel für eine weise Lebensführung lernen. Zu viel Scharfsinn kann auch den Blick für einfache Wahrheiten und die natürlichen Quellen der Lebensfreude verstellen. „Unterdrückt die Bildung die Natur, ist man eine Schreiberseele“, meinte Konfuzius. Um wertvolle Einsichten im Alltag umzusetzen, ist schließlich mehr nötig als Intelligenz, etwa beharrliches Einüben des Gelernten und Konsequenz, Selbstkritik, Kraft und Wille zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung, manchmal auch Selbstüberwindung. „Die Dauer ist die Art des Weisen“, heißt es im chinesischen Yijing, dem „Buch der Wandlungen“.

Ihr Interesse gilt der antiken praktischen Philosophie. Sie untersuchen und vergleichen das überlieferte Weisheitswissen und machen es für unser heutiges Leben nutzbar. Doch von den antiken Philosophen trennen uns rund 2500 Jahre. Taugen die Ratschläge von Aristoteles, Platon und Konfuzius...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2017: Lebenskunst
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