Wie wir Gefühle konstruieren

Die Emotionsforscherin Lisa Feldman Barrett erläutert, wie Gefühle entstehen und was wir tun können, um sie besser zu steuern

Das Räderwerk im Kopf lässt sich von uns beeinflussen. © Frauke Ditting

„Wir sind aktive Konstrukteure unserer Gefühle“

Was haben gesunde Ernährung, Massage und das ­Erlernen einer Fremdsprache mit unseren Gefühlen zu tun? Eine ­ganze Menge, meint Lisa Feldman Barrett. Im Gespräch mit Psychologie Heute erläutert die ­Emotionsforscherin aus ­Boston, wie Gefühle entstehen und was wir ganz praktisch tun können, um sie besser zu steuern

Frau Professor Barrett, in Ihrem Buch How Emotions Are Made diskutieren Sie unter anderem, wie man die eigenen Gefühle beeinflussen kann. Und der erste Rat lautet: Gesund essen! Was hat der Verzehr von mehr Gemüse und weniger Zucker damit zu tun, ob wir uns glücklich, wütend oder traurig fühlen?

Nun, es gibt eine direkte Verbindung zwischen dem Zustand des Körpers und den Emotionen. Das Gehirn generiert Emotionen aus einer Reihe von Zutaten, könnte man sagen, und eine dieser Zutaten ist etwas, das Wissenschaftler Affekt nennen. Das ist eine Art Grundempfindung mit zwei Merkmalen, nämlich angenehm/unangenehm sowie ruhig/erregt – und allen Tönungen dazwischen. Affektive Gefühle kommen vom Körper, und sie erlauben uns, den physiologischen Zustand des Körpers zu spüren. Affekt ist in jedem wachen Moment gegenwärtig, nicht nur, wenn man eine Emotion erlebt, sondern auch, wenn die Sinne etwas wahrnehmen, wenn man nachdenkt oder eine Erinnerung hat. Aber immer dann, wenn der Affekt sehr intensiv ist – man fühlt sich wie durch die Mangel gedreht oder nicht zu bändigen, zappelig oder müde – das sind die Momente, in denen das Gehirn eher eine Emotion produziert.

Und wie greift das Essen hier genau ein?

Um dies zu verstehen, muss man sich vor Augen halten, dass eine Aufgabe des Gehirns darin besteht, den Körper zu kontrollieren. Es ist nicht nur damit beschäftigt, zu denken, wahrzunehmen und zu fühlen, sondern während es das tut, kontrolliert...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2018: Heilkraft Meditation
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