Meine Brücke in die Zukunft

Haben Sie heute schon geplant? Tun sie es! Denn Planen ist nicht bloß zweckdienlich. Es entlastet die Psyche.

Die Illustration zeigt einen Mann mit Brückenpfeilern im Kopf, die sich zu einer Brücke in die Zukunft aus seinem Kopf herausformen
Indem wir beim Planen eine Brücke in die Zukunft bauen, können wir die Gegenwart sorgenfrei genießen. © Jens Bonnke

Wer die Kunst des Planens versteht, so versprechen einschlägige Ratgeber, wird seine Zeit effektiver nutzen und Ziele schneller erreichen. Viele Menschen machen sich Pläne in dieser Hinsicht zunutze. Ein Student mag eine detaillierte Übersicht über die noch zu wiederholenden Themen entwerfen, um zum Examenstermin optimal vorbereitet zu sein. Eine IT-Entwicklerin legt die Schritte fest, die notwendig sind, bevor die neue Software einsatzbereit sein wird. Und ein Pensionär, der in eine Seniorenwohnanlage umziehen will, schreibt eine Liste von Aufgaben nieder, die er bis zum Umzug noch erledigen muss.

Ohne Zweifel helfen uns Pläne dabei, produktiver zu sein. Doch wer sie allein unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet, übersieht, wie förderlich sie für das Wohlbefinden sind. Eine Reihe teils sehr umfangreicher empirischer Untersuchungen aus verschiedenen Ländern belegt, wie gut das Plänemachen unserer Psyche tut: Es wirkt stimmungsaufhellend, vertreibt Ängste und reduziert das Gefühl, gestresst zu sein. Pläne zu machen ist so wirkungsvoll, dass es sogar Menschen, die Symptome einer Depression zeigen, in einen helleren Gemütszustand führen kann.

Diese Studien sind Ausdruck eines neuen Forschungstrends in der Psychologie, bei dem das menschliche Zukunftsdenken im Fokus steht. ­Bislang, so die beteiligten Wissenschaftler, habe sich die Psychologie vor allem mit Vergangenheit und Gegenwart befasst, etwa mit Erinnerungen und Sinneswahrnehmungen. Aber gerade die Fähigkeit, vorausschauend zu denken, sei in der Menschheitsgeschichte außerordentlich wichtig gewesen und habe die Evolution des Homo sapiens vorangetrieben.

Homo prospectus

Martin Seligman von der University of Pennsylvania sieht in der Fähigkeit zum Zukunftsdenken sogar das zentrale Merkmal des Menschen. Der Blick auf das Morgen sei so charakteristisch für unsere Spezies, dass man sie am besten von Homo sapiens in Homo prospectus...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2019: Bin ich gut genug?
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