Der Wecker in uns

Wie schaffen es die meisten Menschen, zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl aufzuwachen? Forscher haben inzwischen Spuren der "Kopfuhr" entdeckt.

Ein blauer alter Wecker steht vor einem dunkelgrauem Hintergrund
Vergessen Sie den Nachttischwecker! Viele Menschen sind ziemlich gut darin, ganz von selbst zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl aufzuwachen. © Constantine Johnny/Getty Images

Können Sie sich selbst aus dem Schlaf wecken? Ganz ohne Wecker? Natürlich können Sie das. Wenn wir uns abends ins Bett legen, dürfen wir alle guter Hoffnung sein, dass wir auch wieder aufwachen werden, und zwar von allein, ohne Hilfsmittel. Fragt sich nur, wann! Können Sie denn auch steuern, wann genau Sie wachwerden möchten? Können Sie Ihr eigener Wecker sein? Wenn Sie sich vornehmen: „Morgen früh um halb sieben wache ich auf!“ – klappt das dann?

Die meisten Menschen besitzen diese Gabe. Zumindest behaupten sie es. Schon im Jahr 1954 fragte der Freiburger Mediziner Günter Clauser 1080 Personen: „Können Sie nachts zu einem bestimmten Zeitpunkt erwachen?“ 70 Prozent antworteten mit einem uneingeschränkten Ja. 20 Prozent meinten, grundsätzlich funktioniere die innere Alarmvorrichtung bei ihnen schon, aber sie könnten ihr nicht völlig vertrauen. Nur zehn Prozent gestanden ein: Ohne Wecker geht das nicht. Allerdings haperte es auch bei denjenigen, die sich selbst wecken konnten, oft mit der Genauigkeit der „Kopfuhr“ (so taufte Clauser diesen unsichtbaren Chronometer in uns): Nur 20 Prozent trauten sich zu, punktgenau in einem Intervall von zehn Minuten vor und nach dem vorgenommenen Zeitpunkt zu erwachen.

Ähnliche Zahlen ermittelte 43 Jahre später eine amerikanische Forschungsgruppe um William Moorcroft. Sie befragte quer durch die USA 140 Frauen und 129 Männer im Alter zwischen 21 und 84 Jahren, die sie per Zufall aus Telefonbüchern herausgepickt hatte. 23 Prozent sagten, sie benutzten nie…

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