Bloß nicht zu negativ

Wer optimistisch ist und die Dinge meist positiv sieht, lebt angenehmer. Aber ist er auch widerstandsfähiger? Es sieht danach aus.

Es gibt diese Fähigkeit, auch in anstrengenden Situationen noch etwas Gutes zu sehen, etwa zu sagen: „Ich werde daran wachsen.“ Aber hilft das wirklich dabei, widerstandsfähig zu sein?

Ein großes Forschungsteam der Universitätsmedizin in Berlin, der Humboldt-Universität und der Univer­sität Mainz nahm eine Metaanalyse von 99 Studien vor, um diese Frage zu beantworten, und kam zu dem Schluss: Ja, wer das kann, schützt sich ein Stück weit vor negativen Stressfolgen. Diese Art zu denken wird in der Forschung positive cognitive reappraisal genannt.

Kein blinder Optimismus

Menschen hätten vermutlich einen bestimmten Stil, mit dem sie Ereignisse aller Art einschätzen, schreiben die Autorinnen und Autoren. Bei der positiven kognitiven Neubewertung geht es darum, allzu negative Denkstile zu unterlassen, also etwa Pessimismus oder die Neigung zu katastrophisieren. Was damit aber nicht gemeint ist: blinder Optimismus oder extrem positive Einschätzungen, die ins Wahnhafte reichen.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute Compact 77: Innere Ruhe
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