Was willst du, Baby?

Eigentlich haben alle gesunden Menschen von Natur aus die Fähigkeit, intuitiv richtig mit einem Säugling umzugehen. Trotzdem finden Eltern und Kind manchmal nicht gleich zueinander. Was tun, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien, schlecht schläft oder nicht isst? Ein Besuch in der Sprechstunde für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Heidelberg

Was willst du, Baby?

Eigentlich haben alle gesunden Menschen von Natur aus die Fähigkeit, intuitiv richtig mit einem Säugling umzugehen. Trotzdem finden Eltern und Kind manchmal nicht gleich zueinander. Was tun, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien, schlecht schläft oder nicht isst? Ein Besuch in der Sprechstunde für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Heidelberg

Mitten im Leben, zwischen den Geschäften des Alltags im Zentrum Heidelbergs gelegen, wirkt der Altbau wie ein gutbürgerliches Wohnhaus. Einzig ein schmuckloses Schild deutet darauf hin, dass das Krankenhaus, dessen Hauptgelände hinter der Häuserreihe beginnt, näher ist, als es auf den ersten Blick scheint. „Psychosomatische Klinik“ steht dort und: „Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie“. Für die meisten Besucher aber zählt nur das Klingelschild mit der Aufschrift „Ambulanz“. Die nüchterne Bezeichnung ist so gewollt wie der zurückhaltende Auftritt: Wer hier zum Termin erscheint, braucht Ruhe. Er sucht einen Frieden, der zu Hause längst nicht mehr herrscht.

„Eltern, die zu uns kommen, sind wirklich in der Krise“, sagt Manfred Cierpka, der Ärztliche Direktor des Instituts. Sein Besprechungszimmer im ersten Stock ist wie die Behandlungsräume im Erdgeschoss hell gestrichen und luftig möbliert – Orte zum Durchatmen. Die etwa 240 Familien, die laut Cierpka pro Jahr herkommen, leiden unter den Folgen dessen, was Experten als „Regulationsstörungen“ bezeichnen (siehe Interview Seite 72). Manche der Kinder lassen sich nicht beruhigen und schreien, schreien, schreien. Andere schlafen schlecht, verweigern Essen oder sträuben sich gegen alles, was die Eltern ihnen anbieten. Solche Krisen sind in Maßen Teil jeder normalen Entwicklung. Doch wenn sie anhalten, treiben sie die Betroffenen oft in die Verzweiflung.

Nina H. ist an diesem Morgen mit Finn, viereinhalb Monate, zum Gespräch mit Ambulanzleiterin Kerstin Scholtes gekommen. Die 27-Jährige trägt Turnschuhe, Jeans und die blonden Haare modisch kurz. Sie wirkt selbstbewusst, zufrieden. Ihr Sohn lächelt die Therapeutin an. Doch beide sind weit...

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