Über Mut

Wir sprechen oft davon, dass jemand mutig ist. Doch was bedeutet das genau? Und wovon hängt es ab, ob jemand Mut zeigt?

Mutig zu sein heißt nicht unbedingt, keine Angst zu haben © Getty images

Über Mut

Wir sprechen oft davon, dass jemand mutig ist. Doch was bedeutet das? Das Verständnis von Mut hat sich über die Jahre gewandelt. Angstgefühle spielen dabei nur bedingt eine Rolle

Hotshots stehen im Ruf, besonders taff zu sein. Als Elitetruppe der US-Brandbekämpfung reisen sie durchs Land, um Waldbrände zu stoppen. Mary Pauline Lowry war Ende der 1990er Jahre zwei Jahre eine von ihnen und hat darauf basierend den Roman Wildfire geschrieben. Hotshots heben Gräben aus und fällen Bäume, um den gewaltigen Feuerwänden das Brennmaterial zu entziehen. Ein gefährlicher Job. Es gab Momente, in denen die junge Frau um ihr Leben rennen musste. In Extremfällen hilft nur, sich auf den Boden zu legen, eine feuerfeste Plane überzuwerfen und das Feuer über sich ergehen zu lassen. Nur mit Glück überlebt man die extreme Hitze.

Die Arbeit erfordert immensen Mut. Lowry war als Kind nie besonders ängstlich, sagt sie, aber auch nicht besonders mutig. Wie konnte sie sich diesen Herausforderungen dennoch stellen? Kann man lernen, mutig zu sein? Was ist Mut überhaupt? Und wo ist die Grenze zu ziehen zum Beispiel zu übermäßiger Risiko­freude?

Die amerikanischen Psychologen Christopher Peterson und Martin Seligman bezeichnen Mut neben Weisheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Transzendenz als eine der sechs Grundtugenden, die in allen religiösen und philosophischen Traditionen allgegenwärtig sind. Mut scheint also ein Konzept zu sein, das die Menschheit schon lange begleitet. Die psychologische Forschung untersucht jedoch erst seit einigen Jahren genauer, was dahintersteckt und unter welchen Umständen Menschen mutig agieren. Die Vorstellungen davon, was Mut ist, haben sich über die Zeit gewandelt, und sie sind auch heute divers.

Einst eine männliche Tugend

Einst galt die Fähigkeit vor allem als männliche Tugend. Homer beispielsweise verwendete in der Ilias das altgriechische Wort andreia für Tapferkeit, was wörtlich „Mannhaftigkeit“ bedeutet. Lange Zeit war Mut mit Krieg und Streit verbunden, Generäle...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2017: Beziehungsfähig!
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