„Ein Ausgleich der Interessen ist bitter nötig“

Erstmals seit langem gibt es wieder einen Generationenkonflikt. Doch er ist anders, sagt Jugendforscher Klaus Hurrelmann.

Die Illustration zeigt ein Fridays For Future-Mädchen, das rebellisch schaut
In Sachen Klimaschutz nimmt die Generation Greta die Babyboomer an die Hand. © Christian Barthold

Herr Hurrelmann, Greta Thunberg, die Freitagsdemonstrationen, die Internetdebatte „OK Boomer“: Gibt es nach 40 bis 50 Jahren erstmals wieder einen Generationenkonflikt mit einer wirklich gesellschaftlichen Dimension?

Ja, wir haben jetzt eine junge Generation oder jedenfalls die auffallend meinungsstarke Spitze der jungen Generation, die einen Generationenkonflikt mit einer Vision angestoßen hat: der Durchsetzung umweltsensibler, klimaschutzorientierter Politik. Das wird mit großem Nachdruck und großer Leidenschaft vertreten – und verbunden mit der Kritik an den älte­ren Generationen, die sich wenig umweltverträglich verhalten und die Ressourcen der Erde ausgeplündert haben. Die Jüngeren machen die Älteren dafür haftbar.

Einen aggressiven Generationenkonflikt kann ich bisher aber nicht erkennen…

Das alles wird abgefangen dadurch, dass wir eine jun­ge Generation haben, die sich mehrheitlich gut mit ihren Eltern versteht. Und die deshalb Wert darauf legt, keinen offenen Konflikt anzuzetteln, sondern ihre Kritik verlagert auf die machthabenden Politiker und Wirtschaftsbosse, die meist der Babyboomergeneration angehören. Wir sehen also einen leicht abgedämpften Generationenkonflikt mit einer politischen Vision.

Einen Generationenkonflikt light?

Ja, könnte man so sagen – weil die jungen Generationen und ihre Elterngenerationen sich gegenseitig verstehen und respektieren und merken, dass sie aufeinander angewiesen sind. Deswegen ist es kein harter Konflikt. Im Gegenteil: Im Alltag sind sie...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2020: Mein wunder Punkt
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