Sprunghaft fitter

Springen macht fit – und stärkt den Körper. Tatsächlich ist es eine wirksame Übung und besonders geeignet, wenn man wenig Gelegenheit für Bewegung hat.

Wer täglich viel sitzt und den Weg ins Fitnessstudio scheut, kann auf ein sehr simples, aber effektives Mittel zurückgreifen, um einigermaßen in Schuss zu bleiben: Springen! Es stärkt die Knochen, die Muskeln und das Herz, wie jetzt zwei von der europäischen Weltraumbehörde ESA unterstützte Studien demonstriert haben. 23 männliche Versuchspersonen verbrachten 60 Tage in vollständiger Bettruhe: ständig in Liegeposition. Dies ist ein probates Mittel, um die Schwerelosigkeit zu simulieren, die Astronauten im All unerbittlich schwächt. Um dem entgegenzuwirken, durften die Probanden pro Tag drei Minuten lang horizontal „springen“: Sie stießen sich mitsamt ihrer beweglichen Liege etwa siebzigmal waagrecht von einer Fußplatte ab, wobei ein Federmechanismus sie stets zurückkatapultierte. Klingt anspruchslos, ist aber „eine hochintensive Übung, um Muskel- und Knochenmasse zu erhalten und als Intervalltraining das Herz-Kreislauf-System zu unterstützen“, wie Andreas Kramer von der Universität Konstanz erläutert. Tatsächlich stellte sich heraus, dass der schlichte Spring-Workout sogar wirksamer gegen den Knochenabbau war als bisher erprobte Mittel wie Kalziumzufuhr, Ernährungsbeigaben oder Vibrationstraining. Nun wollen Kramer und sein Team das Sprungtraining bei Probanden erproben, die ein hohes Risiko für Osteoporose tragen.

DOI: 10.1038/s41598-017-13659-8

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2018: Akzeptieren, wie es ist
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