Gute Entscheidungen treffen

Wir haben die Wahl – aber welche Wahl ist die beste? Gibt es so etwas wie einen Königsweg zu guten Entscheidungen?

Eine junge blonde Frau steht in einem Raum mit einem Farbmustern in der Hand und überlegt, welche Wandfarbe sie nehmen soll
Manche Entscheidungen bestimmen unsere Zukunft: Berufswahl, Lebenspartner, Wohnort – alles will gut überlegt und richtig entschieden sein. ​ © Westend61/Getty Images

Wie entscheiden Sie im Allgemeinen: eher mit dem Kopf oder aus dem Bauch heraus? Vertrauen Sie Ihrer Ratio oder doch eher der Intuition? Sicher ist: Für gute Entscheidungen brauchen wir beides. Betrachten wir die Kopfseite: Wie steht es mit der Urteilsfähigkeit und dem logischen Schlussfolgern? Wie gut haben wir diese hochgeschätzten Fähigkeiten wirklich entwickelt, und wie weit reichen sie in der Realität? Schon eine kleine Denkaufgabe reicht aus, um zu illustrieren, wie unser „klares Denken“ schnell überfordert ist: Ein Tischtennis-schläger und ein Ball kosten zusammen einen Euro und zehn Cent, also 1,10 Euro. Der Schläger kostet einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?

Der Ball kostet zehn Cent, meinen Sie? Nicht ganz, es sind fünf Cent. Würde er zehn Cent kosten, kostete der Schläger 1,10 Euro, zusammen also 1,20 Euro. Die Aufgabe ist mit einfachem Rechnen und rationaler, logischer Analyse zu lösen. Eigentlich. Dennoch kennt die Kognitions- und Entscheidungsforschung mittlerweile eine Vielzahl von Denk-, Urteils- und Entscheidungsfehlern, die uns fast routinemäßig unterlaufen: zum Beispiel der sogenannte Basisratenfehler (wir gehen von einer falschen Häufigkeitsannahme für bestimmte Ereignisse aus); oder die Prognoseillusion (wir überprüfen selten oder nie, ob vorhergesagte Ereignisse wirklich eingetroffen sind, und verlassen uns immer wieder auf Experten); der Knappheitsirrtum (wir entscheiden aufgrund der Annahme, eine Ware oder ein Gut sei bald „vergriffen“); das Ausblenden der Wahrscheinlichkeit (wir verhalten uns wie Spieler, ohne uns um die statistische Grundlage unserer Chancen zu kümmern); der Liking-Effekt (wir entscheiden uns für eine Alternative, weil wir es anderen recht machen wollen) und und und. Die Sozialpsychologie hat buchstäblich Hunderte von möglichen Fehlerquellen identifiziert, die uns bei Entscheidungen in die Irre führen können.

Und in der Tat: Im Alltag sind solche Denkfehler und (falschen) Faustregeln die Regel – und nicht etwa die Ausnahme. Wissenschaftler unterliegen ihnen genauso wie Politiker, Manager oder der Normalbürger. Und das betrifft nicht etwa nur banale alltägliche Konsumentscheidungen ( „Ich habe mir…

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Artikel zum Thema
Leben
Entscheidungen sind immer das Ergebnis eines Prozesses. Dieser ist ziemlich fehleranfällig – kann aber durch eine kluge Strategie optimiert werden.
Leben
Kommt man mit Wissenschaft gegen „Bullshit“ an? ​Psychologen und Philosophen spüren dem Phänomen „Dummheit“ nach. ​
Leben
Der Zweifel gilt als Königsweg zu intelligenten Entscheidungen. Aber wir wollen nicht ständig zweifeln.
Psychologie Heute Compact 66: Meine Wohnung und ich
file_download print

Die Redaktion empfiehlt

Leben
Sorgenschleifen können sich verselbstständigen und großen Einfluss auf unser Leben haben.
Beziehung
Zweifel an der eigenen Beziehung sind eine große Belastung – für den Partner und insbesondere den Betroffenen.
Leben
Warum sind wir so gehetzt? Wir haben ein Gespür für den Geldwert, nicht aber für den Zeitwert unseres Tuns. Wie wir unseren Zeitwohlstand mehren.