Glück durch Selbstversorgung

Der Wachstumskritiker Niko Paech über das Ende der Maßlosigkeit und die Frage, wie einfach gutes Leben sein kann.

Eine Frau beugt sich nieder und arbeitet zufrieden in ihrem Gemüsegarten
Selbstversorgt und nur mit dem Nötigsten in das Glück. © Tom Werner/Getty Images

Psychologie Heute Herr Professor Paech, wie bescheiden leben Sie persönlich?

Niko Paech Ich bin schon ganz schön bescheiden – zumindest verglichen mit den meisten konsumierenden Zeitgenossen. Ich bin seit 1979 Vegetarier, esse auch keine Eier oder Fisch, nur wenige Milchprodukte, wenn sie aus der Region und biologisch angebaut sind. Ich bin jetzt 52 Jahre alt und nur ein einziges Mal in meinem Leben mit dem Flugzeug geflogen.

PH Besitzen Sie ein Auto?

PAECH Ich habe mal ein Jahr lang ein Auto gehabt, Ende der siebziger Jahre, nachdem ich meinen Führerschein gemacht hatte. Inzwischen bin ich seit 32 Jahren autolos. Ich habe auch keinen Fernseher, kein Handy, keine Digitalkamera, die paar wenigen elektrischen Geräte in meinem Haushalt beschränken sich auf eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, einen Herd, eine alte Stereoanlage und einen Computer. Das war’s. Meine Klamotten trage ich ziemlich lange: Dieses Jackett zum Beispiel stammt aus den achtziger Jahren.

PH Leben Sie allein, oder haben Sie Familie?

PAECH Ich bin mit meiner Lebensgefährtin seit zwölf Jahren zusammen, sie hat zwei Kinder, aber wir leben nicht im selben Haushalt.

PH Und Ihre Lebensgefährtin macht diesen bescheidenen Lebensstil mit?

PAECH Ja, das tut sie tatsächlich. Sie hat zwar ein uraltes Auto, aber das benutzt sie nur, um ihren kleinen ökologischen Cateringservice zu betreiben. Ansonsten machen wir beide alles mit dem Fahrrad oder der Eisenbahn.

PH Offenbar erfüllen Sie die besten Voraussetzungen, um in einer...

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