„Ein Moralzentrum im Gehirn gibt es nicht“

Lässt sich die Moral verbessern, wenn man ins Gehirn eingreift? Die Medizinethikerin Sabine Müller sieht entsprechende Vorschläge sehr kritisch. ​

Die Illustration zeigt einen Kopf in dem man in das Gehirn schauen kann, das von mehreren Spritzen behandelt wird, weil man die Moral verbessern möchte
Bohrer, Messer und Skalpelle: Chirurgische Eingriffe ins Gehirn verbessern die Moral nicht unbedingt. © Christian Gralingen

Seit einigen Jahren werden wiederholt Vorschläge in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht, die menschliche Moral mit einem Eingriff ins Gehirn zu verbessern (siehe den Kasten unten). Wie kommen die Autoren darauf, dass das möglich sein könnte?

Es gibt weltweit immer mehr Versuche, durch neurochirurgische Eingriffe psychiatrische Störungen zu therapieren, vor allem mit der tiefen Hirnstimulation. Sie wird besonders bei Zwangsstörungen und Depressionen eingesetzt, aber in…

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Artikel zum Thema
Gesundheit
Die Elektro­therapie erlebt einen Boom. Mit Impulsen ins Gehirn wollen Forscher so unterschiedliche Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen oder chronischen…
Gesundheit
Im Jahr 2004 legte eine Gruppe von Neurowissenschaftlern ein Manifest zur Lage und Zukunft ihrer Forschungsrichtung vor. Sie prophezeiten ihrer Disziplin…
Gesellschaft
Der Jurist Roberto Andorno und der Bioethiker Marcello Ienca fürchten: Neurowissenschaften und Neurotechnologie könnten eines Tages genutzt werden, um unsere…
Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2020: Meine Zeit kommt jetzt
Anzeige
Psychologie Heute Compact 70: Was in schweren Zeiten hilft
file_download print

Die Redaktion empfiehlt

Beziehung
Zweifel an der eigenen Beziehung sind eine große Belastung – für den Partner und insbesondere den Betroffenen.
Leben
Die Persönlichkeitsstörung ist in aller Munde – überall lauern scheinbar selbstverliebte Egomanen. ► Doch wie tickt ein Narzisst wirklich?
Beruf
Viele Menschen fühlen sich erschöpft: zu viele Pflichten, zu viel Druck. Über den Zustand kurz vorm Burn-out – und wie wir uns daraus befreien.