Wenn Sie auf Partys sind - langweilen Sie sich dann manchmal?

Der Myers-Briggs-Typenindikator ist so umstritten wie beliebt. Seine Entstehungsgeschichte beginnt im Wohnzimmer einer Hausfrau.

Die alte Fotografie zeigt Katharine Briggs und ihre Tochter Isabel, die Erfinderinnen des berühmtesten Persönlichkeitstests der Welt
Katharine Briggs begründete den Test mit Versuchen an ihrer Tochter Isabel. © provided by the Myers and Briggs Foundation

Die Geschichte des berühmtesten Persönlichkeitstests der Welt beginnt in einem Wohnzimmer, nicht weit von Washington, D.C. Katharine Briggs, die Haare zum Knoten, die Augen hinter einer Brille versteckt, ist Hausfrau. Die Stunden, die ihr Mann Lyman arbeitet, verbringt sie mit Hausarbeit und ihrer Tochter Isabel. Eines Tages im Jahr 1901 verwandelt sie dann ihr Wohnzimmer in ein Labor.

Dort testet sie ihre vierjährige Tochter Isabel. Dem Kleinkind präsentiert sie gefährliche Objekte und reagiert mit schrillem „No, no!“, wenn Isabel danach greift. Verhält sich Isabel aber wie gewünscht, belohnt die Mutter sie mit Geschichten. Diese Drills nennt Katharine „Aufmerksamkeits-Gehorsamkeits-Training“ und notiert ihre Beobachtungen in einem Manuskript.

Ihr Wohnzimmer, in das bald auch die Nachbarskinder zur Erforschung ihrer Persönlichkeit eingeladen sind, wird zum „kosmischen Labor für Babytraining“: Abends überreicht Katharine Briggs den Müttern kleine Reports über den Charakter ihrer Kinder.

The Perfect Match?

So anschaulich beschreibt es die Autorin Merve Emre, die in ihrem Buch The Personality Brokers die Geschichte des Myers-Briggs-Persönlichkeitstest auf rund 300 Seiten recherchiert hat. Von der Zeit im Charakterlabor des Wohnzimmers, so Emre, wird es noch einige Jahre dauern, bis Katharine Briggs mithilfe ihrer Tochter den Myers-Briggs-Typenindikator erfindet, kurz MBTI. Heute ist das der mit Abstand populärste Persönlichkeitstest der Welt.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen absolvieren ihn pro Jahr, weil sie den Beruf finden wollen, der zu ihrem Charakter passt, den Partner suchen, dessen Persönlichkeit mit ihrer eigenen „matcht“, oder weil sie ein Auswahlverfahren für eine Arbeitsstelle durchlaufen. Sie beantworten dafür 93...

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