Wenig Aufwand, viel erreicht

Mit kleinen „weisen“ Interventionen lässt sich das Selbstbild von Menschen so stärken, dass sie mehr erreichen - in Beruf, Schule und Partnerschaft.

Die Studenten im zweiten Semester glaubten, sie würden an einer Umfrage zu ihren ersten Erfahrungen an der Universität teilnehmen. Sie ahnten nicht, dass die Forscher in Wirklichkeit etwas ganz anderes vorhatten: Sie wollten den Studiosi zu besseren Noten verhelfen. Viel taten sie dazu allerdings nicht. Sie legten den Studenten – angeblich zur Einstimmung – ein paar Ergebnisse von fortgeschrittenen Semestern vor. Die gaben beispielsweise zu 67 Prozent an, ihre ersten Noten seien schlechter ausgefallen als erwartet. 62 Prozent sagten aber, dass sich ihre Noten seither verbessert hätten. Kurze Videos unterstrichen die subtile Botschaft. In ihnen nannten die älteren Studenten detailliert ihre zunächst mäßigen Noten und berichteten dann, wohin sie nun geklettert waren.

Ein paar Umfrageergebnisse, ein paar Videos – das war alles. Die Forscher wollten herausfinden, ob schon solche winzigen Beeinflussungen Einfluss darauf nehmen, wie nicht sehr erfolgreiche und auch nicht sonderlich bemühte Studenten – so waren die Teilnehmer ausgewählt – ihre ersten Misserfolge interpretieren. Die Erfolge waren beachtlich, wie sich eine Woche später zeigte. Nun legten die Psychologen den Teilnehmern einige Fragen vor, wie sie auch in Universitätsprüfungen vorkommen. Die Studenten, die von den Fortschritten ihrer älteren Kommilitonen gehört hatten, schnitten besser ab als solche, die einfach nur an der Umfrage teilgenommen hatten. Das war schon erstaunlich genug.

Die Forscher verfolgten aber auch, wie es mit den Studenten weiterging. „Die Noten im folgenden Jahr haben wir mehr zum Spaß hinzugenommen, nicht weil wir wirklich geglaubt hätten, dass unsere Intervention Verhalten dauerhaft ändern könnte“, erinnert sich der Sozialpsychologe Timothy Wilson…

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