Warum manche schwer vertrauen können

Eine Forschergruppe wollte wissen, warum manche Menschen sich ihr Leben lang schwertun mit sozialen und persönlichen Beziehungen.

Die Fähigkeit zu vertrauen spielt beim Aufbauen und Pflegen von sozialen Beziehungen eine zentrale Rolle. Ein Forscherteam ermittelte jetzt, wie Kinder, die emotional, körperlich oder sexuell missbraucht worden waren, unbekannte Gesichter auf ihre Vertrauenswürdigkeit hin einschätzten – im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Kindern, die nicht misshandelt worden waren.

Bilder von wenig vertrauenswürdigen Gesichtern wurden von den Mitgliedern beider Gruppen gleichermaßen erkannt und beurteilt. Bei Abbildungen vertrauenswürdiger Gesichter zeigte sich jedoch: Die misshandelten Kinder misstrauten auch diesen, anders als die Teilnehmenden der Kontrollgruppe. Beide Gruppen umfassten je rund 70 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren, die sich ansonsten statistisch nicht unterschieden.

Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass die durch die Misshandlung geschädigten Kinder nie Vertrauen entwickeln konnten. Diese Verletzlichkeit bleibe bestehen und führe dazu, dass die Betroffenen sich ihr Leben lang schwertun mit sozialen und persönlichen Beziehungen.

Louise Neil u.a: Trust and childhood maltreatment: evidence of bias in appraisal of unfamiliar faces. The Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2021. DOI: 10.1111/jcpp.13503

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2021: Gelassen durch ungewisse Zeiten
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