Aufgeblättert – Angst in der Kunst

​ Der Bildband zeigt die Ikonographie der Grundemotion und vereint unterschiedlichste Kunstobjekte, die im Kontext der Angst entstanden sind. ​

Ein Bücherstapel mit den aktuellen Rezensionen aus der aktuellen Ausgabe 9/2020
Katharina Domschke, Leiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Freiburger Uniklinik, vereint über 70 verschiedene Kunstobjekte zum Thema Angst. © Kohlhammer Verlag

Mit Angst in der Kunst beschäftigt sich Katharina Domschke, Leiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Freiburger Uniklinik (Kohlhammer, € 49,–). Etwa 70 Gemälde und Skulpturen, Fotografien und Installationen hat sie für ihren Band zusammengetragen, die von den Künstlern ausdrücklich in den Kontext von Angst, Furcht oder Schrecken gestellt wurden.

Bei der französisch-US-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois regieren weder Geld noch Liebe die Welt – bei ihr dreht sich alles um die Angst: Fear makes the world go round stickte sie in roten Lettern auf einen weißen Rock. Aus Sicht von Bourgeois dient Kunst dazu, die Schäden, die einem im Leben zugefügt wurden, zu reparieren – im Sinne einer „Wiederherstellung“.

Die norwegische Künstlerin Sissel Tolaas befasst sich fachübergreifend zwischen Wissenschaft und Kunst mit der Erforschung von Gerüchen: Hierzu hat sie etwa den Angstschweiß von 21 Männern mit einer ausgeprägten Phobie gesammelt und nanotechnologisch so aufbereitet, dass er über Berührung wieder wahrnehmbar wird. Auf eine weiße Wand appliziert, konnten so die Besucher einer Ausstellung im MIT List Visual Arts Center in Cambridge die Angst buchstäblich riechen.

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