Natur: In direktem Kontakt

Die Natur ist ein Ort, an dem viele Menschen auftanken. Doch gleichzeitig nehmen negative Naturerlebnisse zu wie Stiche oder Verletzungen.

Natur wird in der Psychologie vielfach als Raum beschrieben, in dem Menschen auftanken. Die Biologen Masashi Soga und Kevin J. Gaston beschäftigten sich nun in einem Paper mit denjenigen Naturbegegnungen, die schmerzhaft und unangenehm sein können, und klassifizierten sie nach Häufigkeit und Intensität. Ihr Ergebnis: Unliebsame und schädliche Erfahrungen mit Tieren, Pflanzen und der natürlichen Umgebung haben im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte weltweit zugenommen.

Zu solchen Begegnungen zählen die Wissenschaftler etwa Wespen- und Bienenstiche, Allergien gegen Pollen und Tierhaare, Bisse und andere Verletzungen durch Hunde, Pferde und sonstige Tiere, Attacken durch Bären, Verletzungen beim Berühren von dornigen, stacheligen Pflanzen, aber auch Unfälle in den Bergen oder Verkehrsunfälle durch Wildtiere. Zur Abhilfe schlagen die beiden Forscher vor, das menschliche Wissen über den angemessenen Umgang mit der Natur zu erweitern und zu vertiefen und über ein angepassteres Verhalten nachzudenken.

Wer sich zur Erholung und zum Sport in die freie Natur begebe, brauche eine entsprechende Ausrüstung und müsse wissen, wie und wo man sich dort bewegen kann und was man zu vermeiden hat – zum Beispiel Tiere zu stören, die gerade Nachwuchs großziehen.

Masashi Soga, Kevin J. Gaston: The dark side of nature experience: Typology, dynamics and implications of negative sensory interactions with nature. People and Nature, 2022. DOI: 10.1002/pan3.10383

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2023: Selbstmitgefühl
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