Freunde im Doppelpack

Paarfreundschaften sind gar nicht spießig. Im Gegenteil – sie tun den Partnerschaften gut und stärken sie.

Paarfreundschaften helfen uns, die Identität der eigenen Partnerschaft zu festigen. ©Lehel Kovacs

Das Treppenhaus einer Altbauwohnung im Dortmunder Süden. Dritter Stock. An der Tür hängt ein Salzteigschild mit der Aufschrift „Hier leben, lieben, lachen und streiten Volker und Kerstin“. Patrick Salmen steht mit seiner Frau davor – und ist geneigt zu brechen. Mit dieser Szene beginnt der Poetry-Slammer, Autor und Kabarettist seine Nummer Der Raclette-Abend. Eine Nummer über „ein Phänomen, mit dem ich ein ­wenig überfordert bin“, murmelt Salmen in sein ­Mikrofon und legt eine bedeutungsschwangere Pause ein. „Pärchenabende. Das endet immer im Chaos, und zum Schluss stirbt einer.“ Das Publikum lacht. Salmen – hipper Vollbart, rote Kappe, Holzfällerhemd – grinst und kehrt zurück zum Salzteigschild: „In meinem Kopf schweben zwei Gedanken. Erstens: Ich hasse mein Leben. Zweitens: Vorurteile über ­Pärchenabende sind wie Gitarristen vor dem Auftritt. Sie stimmen.“ Das Publikum lacht lauter. Hunderttausende haben das Video dieses Auftritts auf YouTube gesehen, ­Tausende auf den Button mit dem hochgereckten Daumen geklickt.

Egal ob Kabarett, Kino, Theater oder Literatur – das Aufeinandertreffen zweier Paare dient gerne als Vorlage für satirische Scherze und hämischen Spott. Dabei ist die Paarfreundschaft weit mehr als eine Lachnummer. Die Begegnung zwei plus zwei lässt uns wachsen, bereichert unser Leben und stärkt unsere Beziehung – oder führt zu Tragödien. Trennt sich ein Paar, eckt ein neuer Partner an oder kommt...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2019: Die Kunst des Aufgebens
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