Raus aus alten Mustern

Selbstunsicher, bindungsängstlich, überfordernd: Viele Menschen stecken von Kindheit an in einem Schema fest. Wie entkommt man der Falle?

Die Illustration zeigt eine Hand, die mit dem Zeigefinger auf ein Mädchen mit roten Zöpfen zeigt, dahinter steht eine andere Person vor Verkehrsschildern
Mag uns unsere Kindheit noch so glücklich erschienen sein – einige schlechte Muster stammen aus ihr. © Drushba Pankow

Manchmal funkt die Vergangenheit noch in Sina Bauers Leben hinein. Dann stürzt die 44-Jährige in depressive Phasen. Die Mediengestal­terin zieht sich tagelang zurück, fühlt sich niedergeschlagen, wird von Selbstzweifeln geplagt, kann so nicht arbeiten. Für ihre Freunde ist es dann schwer, sie zu erreichen. Sina Bauer, die in Wirklichkeit anders heißt, kann oft selbst nicht genau sagen, was diese wiederkehrenden Phasen auslöst.

Die Wurzeln dieses Erlebens sind jedoch, so glaubt sie, in ihrer Kindheit zu finden. Als sie Mitte der 1970er geboren wird, sind ihre Eltern noch jung und kaum darauf vorbereitet, ein Kind großzuziehen. In ihren ersten Lebensjahren wird sie abwechselnd von beiden Großelternpaaren und einer Tagesmutter betreut, nur am Wochenende haben die Eltern Zeit für sie. Als sie mit sechs Jahren endlich voll und ganz zu den Eltern zieht, stellt sich auch hier keine richtige Nestwärme ein: Die Beziehung zwischen Mutter und Vater ist angespannt, beide sind auf ihre eigenen Leben konzentriert. Es gibt keinen richtigen Platz für das Kind; die sichere Bindung fehlt, also das Urvertrauen, geliebt und umsorgt zu werden.

„Ich glaube, dass ich deswegen heute nicht gut darin bin, mich wahrzunehmen und wertzuschätzen“, sagt Sina Bauer. „Diese Erfahrungen holen mich immer wieder ein. Das sind keine Baustellen, sondern schwarze Löcher, die sich für mein Gefühl kaum stopfen lassen.“

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2021: Raus aus alten Mustern
Psychologie Heute Compact 64: Trauer und Verlust
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