Wie es sich anfühlt, nicht gesehen zu werden

Schreibtische, Bodenflächen, Klos: Schmutz fällt auf, aber wer macht ihn weg? Putzkräfte fühlen sich beschämt und ungeachtet, so eine Studie.

Eine weibliche Reinigungskraft mit blauen Gummihandschuhen reinigt eine Stuhllehne
Wenn die Mitarbeiter das Bürogebäude verlassen, beginnt erst die Schicht der Reinigungskraft. Und das bleibt meist völlig unbemerkt. © skaman306/Getty Images

Sichtbar zu sein ist wichtig für Reinigungskräfte. Denn wenn sie und ihre Arbeit gesehen werden, kann ihnen das bessere Arbeitsbedingungen bescheren. Und es kann sie selbst bestärken. Bislang scheint jedoch vor allem das Gegenteil der Fall zu sein.

Eine Befragung von rund 200 Reinigungskräften befasste sich 2019 damit, ob und wie sie Unsichtbarkeit erleben. Dabei zeigte sich, dass sie sich nicht nur selbst ungesehen fühlten, sondern auch den Eindruck hatten, dass ihre Arbeit nicht geachtet wurde. Ihre als dreckige Arbeit stigmatisierte Tätigkeit konnte dazu führen, dass ihnen Anerkennung und eine gute Behandlung systematisch vorenthalten wurden. So als seien sie einer menschlichen Interaktion oder des Respekts nicht würdig. Bei den Betroffenen führte dies unter anderem zu Gefühlen von Ärger und Resignation.

Eine Reinigungskraft erzählt über ihre Erfahrungen und Gefühle im Beruf: "Du musst unsichtbar sein"

Quelle

Verónica Caridad Rabelo, Ramaswami Mahalingam: “They really don’t want to see us”: How cleaners experience invisible ‘dirty’ work. Journal of Vocational Behavior, 113, 2019, 103–114

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2024: Die schönste Zeit: Alleinsein
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