Eine Politik zum Glück

Wohlstand steigern bringt weniger als gedacht. Die Politik könnte an mehreren Hebeln ansetzen, um unsere Lebensqualität zu verbessern.

Die Illustration zeigt Menschen, die glücklich auf einer Hüpfburg springen, die wie der Berliner Reichstag aussieht
Psychologen empfehlen Politikern, mehr Geld in die Behandlung von psychischen Problemen zu investieren. © Matthias Seifarth

Ich glaube nicht, dass wir noch reicher sein müssen“, sagt Professor Andrew Clark von der Paris School of Economics. Clark ist ein ungewöhnlicher Ökonom, denn er erforscht nicht, was Menschen und Gesellschaften wohlhabender, sondern was sie glücklicher macht. Als er vor Jahrzehnten anfing, Leute nach ihrem Befinden zu befragen, statt sich einfach ihre Kaufentscheidungen anzusehen, galt das vielen Kollegen als „ausgesprochen bizarre Methode, sich mit menschlichem Verhalten zu beschäftigen“, erinnert er sich. Er musste sich sogar anhören, dass er wohl den Beruf verfehlt habe. Heute ist er „sicher einer der Top-Happiness-Forscher“, sagt sein deutscher Kollege Jan Delhey, Soziologieprofessor an der Universität Magdeburg. Und Clark kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Partnerschaften beispielsweise hält er nicht für besonders glücksfördernd. Bildung auch nicht, einzelne Schulen und sogar Lehrerinnen dagegen schon.

Unlängst hat Clark mit vier Gleichgesinnten das Buch The Origins of Happiness veröffentlicht – die Ursprünge des Glücks. „Unser Ziel ist ehrgeizig: Es geht darum, das Denken über das, was für Menschen wichtig ist, zu revolutionieren.“ Das Buch ist ein Glücksratgeber, aber nicht für Bestsellerfreunde, sondern für Politiker und andere Entscheidungsträger. Was kann der Staat tun, um Menschen glücklicher zu machen?

Das Werk wertet die Daten von großen Untersuchungen aus. Wenn die Forscher also mehr Geld meist nicht für besonders vordringlich halten, ist das keine subjektive Sein-statt-haben-Gesellschaftskritik, sondern basiert auf harten Daten.

Aus Deutschland verwenden die Forscher Ergebnisse des...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2019: Die Kunst des Aufgebens
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