Bindungsstil spielt keine Rolle

Eifersucht in der Beziehung: Welche Rolle spielen hier Bindungsstile und welche anderen Faktoren fallen ins Gewicht? Eine aktuelle Studie deckt auf.

Eifersucht entsteht, wenn wir eine Person als potenzielle Rivalin oder möglichen Rivalen für unsere Beziehung ausmachen. Neigen manche Menschen von sich aus stärker dazu, eifersüchtig zu werden? Eher nicht. Vermutlich sind 75 Prozent der individuellen Unterschiede äußeren und anderen Umständen zuzuschreiben, etwa der Zufriedenheit mit der Beziehung, ihrer Dauer oder Qualität. Laut einer Studie waren der individuelle Bindungsstil sowie die Persönlichkeitseigenschaften nur zu rund 25 Prozent verantwortlich für die Eifersucht, von der die knapp 850 Probandinnen und Probanden berichteten. Erfahrungen mit Untreue spielten nur eine untergeordnete Rolle.

Es gebe in der Forschung keine Belege dafür, dass Bindungsängstliche eifersüchtiger seien, schreibt das Forschungsteam. Vielmehr würden Menschen mit stabiler Bindung und unsicher Gebundene im gleichen Maße eifersüchtig, reagierten aber unterschiedlich darauf: Die, die sich sicher fühlten in der Beziehung, kämpften stärker um sie. Die Ängstlichen zogen sich mehr zurück und erzeugten so weitere Ablehnung.

Literatur

Marina Richter u.a.: Adult attachment and personality as predictors of jealousy in romantic relationships. Frontiers in Psychology, 2022. DOI: 10.3389/fpsyg.2022.861481

Artikel zum Thema
Beziehung
Gar nicht so wenige Menschen führen eine Beziehung zu dritt oder mehr. Selbst wer das skeptisch sieht, kann daraus lernen.
Familie
Sie begleiten uns ein Leben lang und prägen uns entscheidend. Was wir gewinnen, wenn wir alte Muster überwinden – und uns als Erwachsene neu begegnen.
Schon als Kind hatte Emmanuel Peterfalvi, besser bekannt als Alfons, Höhenangst. Das änderte sich erst sehr viel später.
Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2022: Frauen und ihre Mütter
Anzeige
Psychologie Heute Compact 77: Innere Ruhe