„Science-Fiction öffnet eine Tür im Kopf“

Psychologie und Literatur: Science-Fiction-Verleger Sascha Mamczak über unendliche Weiten, Aliens und den legendären „sense of wonder“.

Der Autor Sascha Mamczak steht vor einer Raumschiff-Attrappe
Wir nehmen die Welt in einem bestimmten kognitiven Rahmen wahr. Science-Fiction ist die Kunst, diesen Rahmen zu sprengen. © Amelie Niederbuchner

Das futuristische Ambiente, vor dem Sascha Mamczak hier auf unseren Fotos posiert, hat nichts mit seinem Arbeitsplatz gemein. In einem verschlafen wirkenden Viertel aus Gewerbe- und Wohnhäusern im Münchner Osten betrete ich ein Bürogebäude mit obligater Glasfassade: „Penguin Random House Verlagsgruppe“. Der hierzulande wichtigste Science-Fiction-Herausgeber empfängt mich in Sportjacke und Jeans. In seinem Büro türmen sich in Lektoratsmanier Bücher, auch am Boden. Sternenposter? Laserschwerter? Fehlanzeige. Science-Fiction ist für Mamczak Kopfsache.

Warum liest jemand Science-Fiction oder schaut Science-Fiction-Filme? Was fasziniert an dieser Art von Geschichten?

Das hängt davon ab, wen Sie fragen. Ganz grob gibt es drei Motive, denke ich. Das erste ist schlicht Unterhaltung. Insbesondere in Form von Filmen und Computerspielen eignet sich die Science-Fiction mit ihren fantastischen Kulissen und ihrer Kinetik ganz wunderbar als guilty pleasure für Menschen, die nach einem langweiligen Arbeitstag voller Excel-Tabellen in eine andere Welt mit Raumschiffen, Laserwaffen, Androiden, Aliens und so weiter eintauchen wollen.

Da kommt dann oft der Eskapismusvorwurf: Realitätsflucht!

Gegen Eskapismus ist nichts zu sagen, schließlich ist unsere Realität nicht unbedingt dazu angetan, dass man sich jeden Tag 24 Stunden lang darin aufhalten möchte. Ein zweites Motiv findet sich insbesondere bei einer ganz bestimmten Science-Fiction-Klientel: wissenschafts- und…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2022: Die Zeit, als alles neu war
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