Andere zurückweisen: Wie ich mich damit fühle

Ab und zu müssen wir andere Menschen zurückweisen. Doch nicht allen fällt das leicht. Eine Studie hat untersucht, woran das liegen könnte.

Ängstlichkeit und Gefühle von Stress erschweren es offenbar, andere Personen zurückzuweisen. Der Grund: Menschen, die ohnehin gestresst und ängstlich sind, haben die Sorge, dass ihr Befinden sich noch verschlechtern werde, wenn sie andere ablehnen.

In mehreren Studien konfrontierten die Forscherin Gili Freedman und ihr Kollege Justin Dainer-Best gut 700 junge Erwachsene mit kurzen Episoden, die sich um Beziehungen oder Freundschaften drehten. Sie fragten die Teilnehmenden danach, ob sie in der beschriebenen sozialen Situation eine Person zurückweisen und wie sie sich damit fühlen würden. Darüber hinaus sollten die jungen Frauen und Männer sich daran erinnern, wie sie selbst jemanden abgelehnt hatten und wie es ihnen danach gegangen war.

Mitverantwortlich dafür, ob wir uns anderen versagen, sei eine Neigung, auf soziale Zurückweisungen stärker emotional zu reagieren (rejection sensitivity). Wie die Psychologin und der Psychologe schreiben, könnte die Befürchtung, dass es einem schlechtgeht mit der Ablehnung, dazu führen, dass man sie unterlässt, selbst wenn sie eigentlich notwendig wäre.

Quelle

Gili Freedman, Justin Dainer-Best: Who is more willing to engage in social rejection? The roles of self-esteem, rejection sensitivity, and negative affect in social rejection decisions. The Journal of Social Psychology, 2022. DOI: 10.1080/00224545.2022.2131502

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2023: Alles fühlen, was da ist
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