Frauen: Kein Wille zur Macht?

Trotz guter Chancen schaffen es nach wie vor nur wenige Frauen in Spitzenpositionen. Mangelt es ihnen an Führungsmotivation? Hilft gezieltes Training?

Eine blonde ältere Frau steht in einem dunklem Hosenanzug und verschränkten Armen an einer Wand und lächelt dabei
Nach wie vor schaffen es nur wenige Frauen auf Spitzenpositionen © Westend61/Getty Images

Sheryl Sandberg ist Geschäftsführerin von Facebook und damit die mächtigste Person im Unternehmen gleich nach Firmengründer Mark Zuckerberg. Vorher war sie unter anderem Stabschefin im US-Finanzministerium und zählt mittlerweile zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Frauen der Welt. Nun hat sie ein viel beachtetes Buch geschrieben, in dem sie auch andere Frauen dazu ermuntert, stärker Führungspositionen anzustreben. Anstatt vor Macht zurückzuschrecken, sollten sie aktiv Leitungs- und Führungspositionen für sich einfordern. „Die inneren Barrieren einzureißen ist von grundlegender Bedeutung“, postuliert Sandberg.

Ist diese Ermunterung heute überhaupt noch nötig? Steigen Frauen inzwischen nicht ganz selbstverständlich in Führungspositionen auf und üben dort Macht aus, wie Angela Merkel, Christine Lagarde und eben auch Sandberg beweisen? Ein Forscherteam ist dem weiblichen Verhältnis zur Macht jetzt systematisch nachgegangen und kommt zu einer überraschend kritischen Antwort, die Sandbergs Forderung durchaus stützt. Die Wissenschaftler aus Frankfurt (Goethe-Universität), Hamburg (Kühne Logistics University) und Bochum (Ruhr-Universität) befragten in vier Einzelstudien rund 1500 Frauen und Männer, überwiegend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterschiedlicher Branchen, aber auch Studierende zu ihrer Machtmotivation. Sie wollten wissen, wie gern die Befragten Anweisungen geben, Verantwortung für wichtige Entscheidungen tragen oder nach Einfluss streben.

Das Ergebnis: Frauen bleiben in all diesen Punkten hinter den Männern zurück. Verhaltensweisen, die mit einer Führungsposition verbunden sind – wie delegieren, Anordnungen erteilen und dominieren – lehnen sie eher ab oder finden sie nicht erstrebenswert. Das erkläre zumindest zum Teil, warum…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2014: Zufriedenheit
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