Erfolgsgeheimnis Geben

Um Erfolg zu haben, muss man egoistisch sein. Doch Organisationspsychologe Adam Grant zeigt: Geben ist auch in der Wirtschaftswelt seliger als Nehmen.

Der Organisationspsychologe und Professor, Adam Grant findet, dass das Geheimnis des Erfolgs das Geben ist
Adam Grant als Speaker auf einer Konferenz in Philadelphia © Marla Aufmuth/Getty Images

PSYCHOLOGIE HEUTE Sie haben, so schreiben Sie in Ihrem Buch Geben und Nehmen, einen „revolutionären Ansatz“ gefunden, um Karriere zu machen. Ist das nicht ein sehr großes Versprechen?

ADAM GRANT Das mag sein, aber, ganz klar, ich stehe dahinter.

PH Und das Revolutionäre ist: Man kann auch als gebender Mensch, sozusagen als guter Mensch an die Spitze von Unternehmen oder Organisationen oder was auch immer kommen?

GRANT Genau so ist es. Das ist das Ergebnis jahrelanger Forschungen, was mich wirklich überrascht hat. In meinen drei Lieblingsstudien wurden beispielsweise Hunderte Ingenieure, Medizinstudenten und Verkäufer untersucht. Meine Kollegen und ich haben uns einerseits angesehen, wer die besten Leistungen abliefert. Andererseits haben wir beurteilt, wer anderen mehr hilft, als ihm geholfen wird. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Viele Medizinstudenten mit den besten Leistungen halfen anderen viel öfter als umgekehrt – und genossen das auch noch. Statistisch gesehen war der Zusammenhang zwischen Gutmenschentum und Erfolg größer als zwischen Zigarettenkonsum und dem Risiko, Lungenkrebs zu bekommen. Ähnlich gestalteten sich die Resultate der beiden anderen Studien.

PH Das Leben, glauben wir zumindest, lehrt uns aber eigentlich eine andere Lektion: Beruflich erfolgreiche Leute sind hochmotiviert, begabt, fleißig, haben das nötige Glück – und sind vor allem selbstsüchtig.

GRANT Das dachte ich auch. Und klar: An der Spitze stehen oft solche Typen. Fakt ist aber auch: Unter bestimmten Bedingungen schaffen es auch gebende Menschen nach ganz oben. Sie fallen nur nicht gleich auf. Wir haben den Erfolg dieser Menschen unterschätzt. Unter den Gebenden existiert eine…

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