Im Angesicht der Katastrophe

Terroranschläge, Fluten oder Großbrände – was machen solche Katastrophen mit uns? Der Katastrophenforscher Martin Voss hat Antworten darauf.

Polizisten auf dem Weg durch eine überflutete Stadt. © privat

Herr Professor Voss, was ist das eigentlich, eine Katastrophe?

Das ist ein sehr flexibler Begriff, sozialwissenschaftlich gesehen. Wir Katastrophenforscher definieren die Katastrophe nicht nach irgendwelchen objektiven statistischen Merkmalen, nach Schadenssummen oder Opferzahlen. Sondern wir schauen, was die Katastrophe für verschiedene Menschen bedeutet und was daraus für sie folgt. Und darauf gibt es ganz viele Antworten. Eine Katastrophe ist das, was Menschen als solche bezeichnen.

Und als solche empfinden.

Das ist eng miteinander gekoppelt. Die Bezeichnung gibt immer auch einen Modus des Empfindens wieder. Die Katastrophe konnotiert meist etwas Schicksalhaftes. Die Katastrophe legitimiert den Menschen zu weinen, zu leiden, zu trauern, zu verzweifeln. Man kann sogar sagen: Die Katastrophe lässt sich daran erkennen, dass Menschen die Sinnfrage stellen. Warum ist das passiert? Warum ist das mir passiert?

Sie meinen, dies ist ein einendes Element der Katastrophe?

Ja genau. Das ist das Globale an der Katastrophe, dass diese Frage überall gestellt wird: Warum? Bei den Antworten gehen Menschen entweder ins Spirituell-Mystische oder ins Rational-Technische. In diesem finden Sie ein weites Feld an Erklärungen, immer von der jeweiligen Kultur geprägt.

Machen wir es konkret und bleiben wir in Deutschland. Wie war das zum Beispiel nach dem Elbhochwasser im Jahr 2013 bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt, als ein Deich gebrochen ist?

Da fragten sich die Leute, warum der Deich ausgerechnet an dieser Stelle gebrochen ist, wo er eigentlich gar nicht...

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