Wege aus der Depression

Schatten, Glasglocke, Echokammer: Die Metaphern zeigen, wie niederdrückend eine Depression empfunden wird. Wie lässt sich die Leidenszeit verkürzen?

Die Illustration zeigt eine Frau, die in einem dunklen Wald steht, und mit einer Taschenlampe herausleuchtet in die offene und helle Landschaft
Depression ist die Krankheit der Hoffnungslosigkeit. Was weckt wieder Zuversicht? © Stephan Schmitz by Marsha Heyer

Schon seit über 40 Jahren leidet Gisela Morres an Depressionen. Sie spürt einen „Druck auf der Seele“ – so beschreibt sie ihr Leiden in ihrem Buch Mein täglicher Kampf. „Dieses Gefühl erstreckt sich über den gesamten Körper. Es scheint, als ob es mir demnächst die Kehle zuschnürt. Und ich kann nichts tun. An schlimmen Tagen endet dieses Gefühl in dieser Art Schwermut.“ Dazu kommen so starke Angstanfälle, dass sie glaubt, keine Luft mehr zu bekommen. Einmal ging das sechs Stunden so. Manchmal findet sie nächtelang kaum Schlaf. Die Depression äußert sich auch in körperlichen Beschwerden. Mal juckt die Haut am ganzen Körper, mal tun die Zähne oder die Ohren weh, mal verkrampfen Organe.

Depressionen können sich sehr verschieden zeigen, aber solche Mischungen von seelischen und körperlichen Leiden sind typisch. Zentral ist der Verlust von Interessen und der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Weitere häufige Symptome reichen von verminderter Konzentrationsfähigkeit, geringem Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen und pessimistischen Erwartungen über Schlafstörungen, Unruhe, einem verminderten Appetit und mangelndem sexuellen Interesse bis hin zu Suizidgedanken.

Der „schwarze Hund“, wie man dieses Leiden in angelsächsischen Ländern auch nennt, folgt erstaunlich vielen Menschen. In Deutschland fällt fast jede sechste Frau und einer von dreizehn Männern mindestens einmal im Leben in eine Depression. Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Robert-Koch-Institut in seiner Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. Wahrscheinlich unterschätzen solche Zahlen das Problem noch drastisch. Denn sie beruhen auf Erhebungen, in denen Menschen gefragt werden, ob bei ihnen schon einmal eine Depression diagnostiziert wurde.

Eine hohe Dunkelziffer

Doch längst nicht alle Depressionen werden festgestellt. Auch wenn man fragt, ob die Angesprochenen schon einmal depressiv waren, sind die Antworten oft trügerisch, denn fast die Hälfte der irgendwann einmal Erkrankten kann oder will sich nicht an diese…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2021: Wege aus der Depression
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