Und wenn ich ihn nun doch nicht liebe?

Zweifel an der eigenen Beziehung sind eine große Belastung – für den Partner und insbesondere den Betroffenen.

Die Illustration zeigt eine Frau, die einen Mann küsst und sich gleichzeitig abwendet, da sie zwanghaft an der Liebesbeziehung zweifelt
Zweifel an der Beziehung sind immer problematisch – auch wenn sie unbegründet sind. © Joni Majer

Wenn Jana einen harmonischen freien Tag gemeinsam mit ihrem Freund verbringt, ist sie am Abend erschöpft. Was für andere ein herrlicher Tag zu zweit wäre, bedeutet für sie große Anspannung. Denn statt das Zusammensein zu genießen, muss sie ständig beobachten: sich selbst, ihre Gefühle und ihren Freund, der nichts von ihren Zweifeln merken soll. Ein sonniger Spaziergang, doch in ihrem Inneren fahren die Gedanken Karussell: Warum fühle ich gerade nichts für ihn? Vielleicht liebe ich ihn gar nicht. Ist er überhaupt intelligent genug für mich? Aber eigentlich wollte ich ihn doch treffen? Und immer so weiter.

Sie kann es nicht lassen, die Gedanken beherrschen sie innerlich und machen das Zusammensein fast unerträglich: „Ich habe einerseits das Gefühl, ich muss hier sofort weg. Andererseits habe ich Angst, etwas kaputtzumachen.“ Wirklich entspannen und ganz sie selbst sein, das kann Jana nur, wenn sie allein ist. Dann weiß sie, dass ihr Freund, mit dem sie seit sechs Jahren zusammen ist, „der tollste Mann der Welt ist. Ein Seelenverwandter“, wie sie es nennt. Denn eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund für die Zweifel, die sie plagen. „Was sich in mir abspielt, hat nichts mit ihm zu tun.“

Jede Beziehung erlebt mal bessere und mal schlechtere Zeiten. Die Gefühle für den Partner können schwanken und mal intensiver, mal weniger stark sein. Und in einer langjährigen Partnerschaft kann jeder mal an den Punkt kommen, über eine Trennung nachzudenken. Manchmal steigern wir uns gegen...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2020: Persönlichkeit: Histrionisch
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