Die Stressforscherin

Das Porträt: Ulrike Ehlert zählt zu den renommiertesten Stressforscherinnen. Leider erfuhr sie auch persönlich, wie Belastendes sich anfühlt.

Die Stressforscherin Ulrike Ehlert steht an einem Geländer im Treppenhaus eines modernen Gebäudes und lächelt
© Anne Gabriel-Jürgens

Die Tram ruckelt hinauf Richtung Oerlikon. Unten am See gleicht Zürich einer Puppenstube. Doch hier im Norden ist die Stadt komplett 21. Jahrhundert: Spiegelnde Bürotürme, breite Schnellstraßen und Schienenstränge, dazwischen Wohnhäuser und Grün. In zehn Minuten könnte man von hier aus am Flughafen sein. Das Psychologische Institut der Universität Zürich ist in einem vierstöckigen Bau aus den Nullerjahren untergebracht. Gegenüber schwenken zwei Baukräne ihre Ausleger über das Gerippe eines neuen Autohauses. Aufzug, vierter Stock. Aus offenen Türen klackern emsige Computertastaturen.

Das Büro ganz am Ende des Flures gehört ihr: Professorin Ulrike Ehlert. Sie ist die renommierteste Stressforscherin der deutschsprachigen Welt. Doch der Stress ist nicht ihr einziges Arbeitsfeld. Eigentlich bräuchte sie drei Lehrstühle. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sie sich auch mit den biochemischen Botenstoffen unseres Körpers, etwa – natürlich – dem Stresshormon Kortisol, aber auch dem Bindungshormon Oxytocin, dessen Aufgaben sie in einigen ihrer wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten untersucht hat.

Die dritte Profession Ulrike Ehlerts ist vielen weniger bekannt: Ihrem Selbstverständnis nach ist sie stets auch Psychotherapeutin gewesen. Damit hat die zertifizierte Verhaltenstherapeutin ihre berufliche Karriere begonnen. Sie praktiziert noch heute, leitet an der Universität das Ambulanzzentrum für kognitive Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin. Sie verdonnert, wie man hört, all ihre Doktorandinnen und Doktoranden zu einer therapeutischen Fortbildung.

Bei ihr ist alles "spannend"

Erster Eindruck? Ulrike Ehlert ist eine große Frau. Sie spricht mit ruhiger Altstimme, jedes „R“ rollt gelassen durch die unverkennbar fränkische Sprachmelodie – sehr sympathisch!

Auch das Büro ist außergewöhnlich. Nirgendwo steht ein Buch, nirgends ein…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2022: Frauen und ihre Mütter
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